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23. März 2017
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  Madrider Polizei erstellt Bettler-Liste
 
 
 
 

Die meisten Bettler im Zentrum
Die Zone rund um Sol, weist die höchste Bettlerdichte auf. Vor allem in den Straßen an der Plaza Mayor - ungefähr 16 - finden sich viele Hilfsbedürftige, vor allem aus Rumänien, wieder. Sie nutzen die günstige Lage, da hier die Passantenzahl am höchsten ist. Diese Liste ist eine Reaktion auf die Beschwerden von Anwohnern und Restaurant- sowie Ladenbesitzern, die sich durch die Bettler belästigt fühlen. Die Polizei will somit die Gebiete, wo sie vorgehen muss, erfassen.

NGOs kritisieren Liste
Viele Nichtregierungsorganisationen hingegen kritisieren, dass die Studie von der Polizei und nicht vom städtischen Sozialdienst durchgeführt wird. Desweiteren befürchten sie, dass Bettler und Obdachlose verwechselt werden. Obwohl die Obdachlosen von der Polizei weitestgehend in Ruhe gelassen werden, kommt es doch vor, dass sie nachts geweckt und vertrieben werden. Vor allem diejenigen, die direkt auf der Plaza Mayor unter den Arken schlafen: man möchte vor den Touristen das gute Stadtbild wahren. Manchmal werden die "Schlafplätze" auch vorher mit Wasser abgespritzt, sodass sich die Obdachlosen erst gar nicht dort niederlassen. Der Stadtrat der Sozialisten Óscar Iglesias kritisiert dieses Vorgehen: "Die Polizei ist für die Sicherheit der Bürger da, auch für diese Menschen. Anstatt sie zu vertreiben, sollte die Stadt lieber Mittel ergreifen, um sie aus dem sozialen Abseits herauszuholen."

Weitere Zentren
Die Studie schließt ebenfalls andere Gebiete mit ein, wie die Plaza de Cibeles, Plaza de las Cortes oder die Plaza de Antón Martín, auf der vor allem nach Vorstellungsschluss des Theaters gebettelt wird. Um den Markt bei der Puerta de Toledo leben ganze Familien von Bedürftigen. Nachts schlafen sie in Kartons im naheliegenden Park und tagsüber bitten sie am Markt um Almosen. Einige Bettler konzentrieren sich desweiteren bei den Armenspeisungen in den Straßen Calle de Paredes und Calle del Doctor Cortezo - wir berichteten über den Comedor del Ave Maria - und der Plaza Dos de Mayo, wo es regelrechte "Siedlungen" gibt. In letzter Zeit kam auch die Gran Vía hinzu, wodurch sich ebenfalls viele Geschäftsbesitzer gestört fühlen: "Betteln ist kein Verbrechen, sorgt aber für Probleme beim Miteinander unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen.", so die Polizei. In der Regel wird sie von einem Sozialarbeiter der Samur Social (Madrider Sozial-Notdienst) begleitet, doch das ist nicht immer der Fall.

Immer mehr Betroffene
Laut einer INE-Studie (Nationales Statistik-Institut) lebten 2005 in Spanien 21.900 Obdachlose. Fünf Jahre später dürfte die Zahl wohl kaum zurückgegangen sein, ganz im Gegenteil - vor allem zu Zeiten der Krise. Knapp die Hälfte der Obdachlosen kommt aus dem Ausland und 49,6% der arbeitslosen Notdürftigen Spaniens würden gerne einer Arbeit nachgehen. Dies gestaltet sich aufgrund der rechtlichen Situation vor allem für die Ausländer besonders schwierig. Eine konstruktive Lösung für das Problem gibt es zur Zeit nicht. Klar jedoch ist, dass es nichts bringt, die Obdachlosen einfach zu vertreiben oder mit einer Strafe von 500€ zu belegen, dafür, dass sie auf der Straße schlafen. Diesen glorreichen Einfall hatte 2005 der damalige Bürgermeister Barcelonas. Viel eher sollte man darüber nachdenken, wie man den Betroffenen aus ihrer prekären Situation heraushelfen kann.


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