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18. August 2017
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  Streit im Weinbau - Albariño jetzt auch in Frankreich?
 
 
 
 

Die Landwirtschaftskammer des südfranzösischen Departements de Hérault im Herzen der Languedoc, bewarb sich in Paris beim Comité Técnico Permanente de Siembra y Plantas (Ständiger Fachausschuss für Saat und Pflanzen) um die Aufnahme des Albariño in die Liste der autorisierten Trauben Frankreichs. Das galicische Ministerium für Landwirtschaft wird letztendlich die endgültige Entscheidung treffen. Fällt diese wie erwartet positiv aus, so kann der Albariño bereits 2011 in Südfrankreich angebaut werden.

Albariño auch in den USA und Australien
Besagter Wein findet seine Verbreitung auf der ganzen Welt: von Virginia bis Kalifornien, wird er von mehreren US-amerikanischen Weinkeltereien produziert. Auch in Australien dachten viele, dass sie den Albariño anpflanzen würden, bis sie feststellten, dass es sich bei ihrem Wein um Savagnin bzw. Traminer handelte. In Europa kommt er nur auf der Iberischen Halbinsel, sprich in Spanien und Portugal, vor. Umso verwunderlicher, dass es in Galicien Stimmen gibt, die den Anbau in anderen europäischen Ländern verhindern wollen - als ob dies möglich wäre.

Konkurrenz = Qualitätssteigerung
Der Weinkenner Caius Apicius spricht sich für die Verbreitung der Reben aus: "Konkurrenz ist wichtig, ohne sie gäbe es nur wenige Qualitätsweine." So sei beispielsweise der Chardonnay aus Burgund Mutter vieler hochwertiger Weine auf der ganzen Welt, ohne, dass das die Burgunder großartig stören würde: "Sie wissen, dass kein chilenischer, australischer oder spanischer Chardonnay einen Montrachet - der beste Weißwein überhaupt - hervorbringen könnte, wie Burgund.

Rechte Kräfte in Galicien fordern Unterbindung des Albariño-Exports
Letzten Herbst forderte der Senator Xosé Manuel Pérez Bouza vom Block "Nacionalista Galego" die galicische Regierung auf, die Exklusivität der regionalen Weine und ihre Etiketten zu schützen, sowie ihre Verbreitung bzw. Nutzung in anderen europäischen Ländern zu unterbinden. Luis Miguel López, Technischer Direktor des Rates für die Herkunftsbezeichnung Monterrei, argumentiert: "Die Xunta [Galicische Regierung] hat damals gut daran getan keine fremden Rebsorten einzuführen, deshalb müssen wir jetzt alles daran setzen, dass sich keiner unsere jahrelange Arbeit zunutze macht. Wir haben viel in die Entwicklung und Forschung investiert, um den bestmöglichen Wein aus unseren Trauben herzustellen, während andere Regionen mit importierten Weinstöcken arbeiteten.

EU-Realität
Die ungewöhnliche Petition einer galicischen Exklusivität (zu vergleichen mit einem Anspruch des Rheins am Riesling oder Burgunds am Pinot Noir) stößt jedoch in Brüssel auf eine unbequeme Realität: der Albariño ist in einem weiteren EU-Mitgliedsstaat genauso einheimisch wie in Galicien - nämlich in Portugal.


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