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21. Juli 2017
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  Finanzierungsreform an spanischen Universitäten: Höhere Immatrikulationsgebühren für Reiche
 
 
 
 

Gleiche Chancen für alle?
Der Ökonom und Professor der Londoner Universität José Ginés Mora ist überzeugt, dass die Anhebung der Einschreibegebühren einen sozialen Ausgleich schafft: "Das Geld könnte für Stipendien für Ärmere genutzt werden, die sich somit auf ihr Studium konzentrieren könnten, statt zu Arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen." Derzeit wird in Spanien nur 0,09% des BIPs für Stipendien ausgegeben, was weit unter dem OECD Durchschnitt (0,25%) liegt.

Zahl der Akademiker steigt
Mit der Einschreibegebühr bezahlen Studenten ca. 10 - 20% der Realkosten, was bei der steigenden Studentenzahl ein immer größeres Finanzierungsdefizit bedeute. 26% der Spanier zwischen 25 und 34 haben einen akademischen Abschluss, 10% mehr als noch vor 10 Jahren und damit sogar 2% mehr als der EU-Durchschnitt. Nichtsdestotrotz sind sozial Schwächere benachteiligt: während 60% der Akademikerkinder ebenfalls studieren, sind es bei den Eltern ohne Hochschulabschluss nur 10% der Kinder.

Wirtschaftskrise
Doch gerade jetzt, zu Zeiten der Wirtschaftskrise, dürfte eine höhere Immatrikulationsgebühr am wenigsten auf Zustimmung treffen, so der Soziologie-Professor der La Laguna Universität José Saturnino Martínez. Außerdem würden junge Menschen aus ärmeren Familien durch die höheren Gebühren abgeschreckt werden, auch wenn eine Kompensation durch die zusätzlichen Stipendien erfolge.

Studienabbrecher sollen zahlen
Der letzte Regierungsvorschlag war, die Studienabbrecher mehr zahlen zu lassen, was theoretisch ein großes Haushaltsloch stopfen würde: die hohen Ausgaben die durch Wiederholung und Studienabbruch entstehen. So sollten bei dem zweiten Studium 50% der Realkosten vom Studenten gezahlt werden und beim dritten 100%. Gleichzeitig soll die Investitierung in Stipendien und Darlehen verdoppelt werden und die Rückzahlung von Studienkrediten bei Nachweis guter Leistungen, erlassen werden.

Mehr Geld für Stipendien
Die Studenten lehnten diesen Vorschlag sofort ab, vor allem in Hinblick auf die Wirtschaftskrise. Der Generalsekretär der Universitäten Màrius Rubiralta lenkte ein, dass die Einschreibegebühren bis 2013 nicht erhöht werden. Des Weiteren müssen vorher die Realkosten berechnet werden. In der Zwischenzeit sollen aber die Mittel für Stipendien steigen, Ziel ist 0,2% des BIPs.

Leere in den Hörsälen
Die neue Finanzierung soll zudem weitere Probleme im Hochschulbereich lösen. So gibt es in Spanien viele Universitäten (47) mit ähnlichem Studienangebot, aufgrund der sinkenden Geburtenrate jedoch, sind viele Fakultäten nur unzureichend besucht. Die Gelder, die dafür ausgegeben werden, sind somit umsonst. Der Plan sieht eine zusätzlich Investition von 2,4 Mrd. Euro vor, um auf 1,5% des BIPs (OECD-Durchschnitt) bei den Ausgaben des Staatshaushaltes für Universitäten zu kommen. Aber das erst nach der Krise.

Investieren in Bildung
Obwohl es keine lohnenswertere Investion für die Entwicklung eines Industriestaates gibt, als die in Bildung, tun sich viele demokratische Länder schwer damit. Der Grund dafür: die Rentabilität der Investiton in Bildung und Forschung zahlt sich erst nach 15-20 Jahren aus, die Legislaturperioden dauern aber nur 4-8 Jahre.


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