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23. April 2017
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  Die Karte für erdbebengefährdete Zonen in Spanien ist unvollständig
 
 
 
 

Weitere, subjektive Quellen, wie die Aufzeichnungen von Historikern, werden ebenfalls bei den Untersuchungen herangezogen. Aufgrund der Zerstörung vieler Bibliotheken während der Reconquista, sind diese jedoch sehr unvollständig.

Zwei Rote Flecken

Wegen des Datenmangels erscheinen in den Karten der Erdbebengefahrenzonen nur 2 Gebiete, zum einen Torrevieja (Alicante) wo 1829 durch ein Erdbeben der Stärke 6,6 400 Menschen ums Leben kamen. Zum anderen handelt es sich um Arenas del Rey (Granada), wo bei einem Erdbeben der Stärke 6,5 im Jahre 1884 an die 800 Menschen starben.

Außer Gefahr?

Kastilien, Südkastilien (Castilla-La Mancha), Aragón, Madrid und Kantabrien liegen außerhalb der Gefahrenzone. “Wenn es dort jedoch zu Zeiten der Römer ein Erdbeben gab, das alle 2.000 Jahre stattfindet, so könnte es morgen ohne Vorwarnung ausbrechen”, warnt Miguel Ángel Rodríguez Pascua, Forscher des Instituts für Geologie und Bergbau in Spanien (IGME).

In Spanien gibt es aktive Erdrisse weit entfernt von der Südküste, wo die Eurasische und die Afrikanische Erdplatte aufeinanderstoßen. Doch wenn sie in der jüngsten Geschichte keine Beben verursachten, so ist ihre Existenz unbekannt.

Die Arbeit der Geologen

Rodríguez Pascua und 50 weitere Geologen von 10 verschiedenen Universitäten untersuchen derzeit das Erdinnere, um eine Datenbank aktiver Erdrisse zu erstellen. Einige konnten sie schon finden wie u.a. in der andalusischen Gebirgskette, an der katalanische Küste (nähe Olot) und in historisch eher ruhigeren Gebieten bei Murcia und Albacete. Am 27.10.2010 versammeln sich die Wissenschaftler zum ersten Mal in Sigüenza (Guadalajara), um ihre Arbeiten vorzustellen und zu koordinieren.

Erdbebensichere Gebäude

José Jesús Martínez Díaz, Professor der Geodynamik an der Universität Madrid Complutense, sagt, dass die Ungenauigkeit der Karten für Erdbebengefahrenzonen teuer werden kann. Sie sind vor allem notwendig, um erdbebensichere Gebäude zu bauen. Da die bisherigen Karten so veraltet sind, kommt es häufig vor, dass in ungefährlichen Zonen viel Geld für erdbebensicheres Material ausgegeben wird, wohingegen in gefährdeten Gebieten, ungeschützte Gebäude stehen.

Wie immer fehlt das Geld

Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Paläoseismologie forschen beschweren sich, dass das Ministerium für Wissenschaft und Innovation kaum Geld für die notwendigen Studien ausgibt. Im Gegensatz dazu wurden 2010 sogar 30 % des Budgets für das IGME gekürzt. Dabei ist dieses Feld der Wissenschaft nicht einmal sehr kostspielig. Das Geld für den Bau einer Autobahnstrecke von einem Kilometer würde reichen, um 10 Jahre Forschung zu finanzieren. “So lange nichts passiert, wird auch nichts unternommen”, so Pascua.


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