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20. Juni 2019
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  Bologna - Spanien geht seinen eigenen Weg
 
 
 
 

Nur drei der 46 europäischen Länder (Schottland, Ukraine, Bulgarien u.a.), die den Vertrag von Bologna 1999 zur Vereinheitlichung des Hochschulsystems unterschrieben haben, wählen das spanische Modell: vier Jahre Bachelor und ein Jahr Master.

19 Länder folgen dem englischen Modell 3 + 2 und 6 Länder (darunter Russland, Litauen, Türkei) entschieden sich für einen Bachelor in vier und einen Master in zwei Jahren.

"Bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt"
José Ginés Mora (Prof. der Londoner Universität) verteidigt vehement das spanische System, da Studenten nach vier Jahren eher vom Arbeitsmarkt akzeptiert werden. Außerdem ist es schwer in drei Jahren die von den Arbeitgebern geforderten Auslandsaufenthalte und Praktika unterzubringen.

"Ein Jahr für den Master ist zu wenig"
Der französische Experte für Bildungsreformen Guy Haug spricht sich ebenfalls für einen vierjährigen Bachelor aus, zumal dieser auch dem Model der USA und der meisten südamerikanischen Länder entspricht. Heftige Kritik übt er hingegen an dem einjährigen Master, da dadurch nicht die selben Konditionen wie in den anderen Ländern gegeben sind und die Qualität stark darunter leide.

Wie Haug, so rät auch José Joaquín Brunner von einer einseitigen 3 + 2 und 4 + 1 Fixierung ab. Viel wichtiger sei es, die Unterrichtsmethoden zu verbessern, was bei vielen Professoren auf Widerstand stieße.

Investion in Bildung
Die Qualität der Lehre hängt vor allem auch von der Investition in das Bildungssystem ab. So haben trotz der Finanzkrise 11 Länder den Bildungsetat um mehr als 5 % erhöht und 18 weitere, darunter Spanien und Deutschland, um weniger als 5 %. Nur 7 Länder kürzten ihren Bildungsetat um mehr als 5 % (Kroatien, Island, Irland u.a.).

Spanien ist das einzige Land, dessen Studentenzahl seit Ratifizierung des Reformvertrags 1999 gesunken ist, was hauptsächlich an der demographischen Entwicklung liege. Während sich die meisten europäischen Länder von der sinkenden Bevölkerungszahl zu der Zeit wieder etwas erholten, litt Spanien besonders stark am Rückgang der Geburtenrate.


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