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26. Juni 2019
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  Streit über Anti-Piraten-Strategie nach Alakrana-Entführung
 
 
 
 

Nach siebenwöchiger Geiselhaft verließen die Kidnapper am vergangenen Dienstag, den 17.11.09, den baskischen Thunfisch-Crawler, im Gepäck eines der höchsten Lösegelder, dass je an Piraten gezahlt wurde. Die Festnahme zweier Piraten, die nun in Spanien vor Gericht stehen, hatte die Verhandlungen zusätzlich verzögert. Die Entführer drohten sogar damit, einige Besatzungsmitglieder den Familien der Festgenommenen auf dem somalischen Festland zu überlassen. Am Ende hatte das Lösegeld dann aber doch Priorität vor der Freiheit ihrer zwei Kumpanen.

Nach der Geldübergabe nahm ein Helikopter der Marine die Entführer noch bis zur Küste unter Beschuss. Der Strand war jedoch so gefüllt mit Menschen, dass die Piraten im Gewirr nicht mehr ausgemacht werden konnten. Wie der Spiegel berichtet, kam es jedoch an Land aufgrund der Millionen zwischen rivalisierenden Banden zu einem Streit samt Schießerei.

Gewalttätige Piraten

Am 20.11. kam der Frachter schließlich auf den Seychellen an, von wo aus die Besatzung nach Hause geflogen wurde. Einige Besatzungsmitglieder wurden ins Krankenhaus gebracht, schwere Verletzungen hatte jedoch keiner. Alakrana-Kapitän Ricardo Bloch berichtete von andauernden Gewalttätigkeiten von seiten der Entführer: “Ich wurde physisch misshandelt, nur weil ich der Kapitän war und um den Rest der Mannschaft unter Druck zu setzen.” Er freut sich nun auf seinen Ruhestand.

Oppositionspolitiker und konservative Medien kritisieren derweil das Krisenmanagement der Regierung Zapatero: die Verkomplizierung der Verhandlungen durch die Festnahme zweier Piraten, die - bislang offiziell nicht bestätigte - Zahlung der Rekord-Lösegeldsumme und Anderes.

Ausweitung des Militäreinsatzes verlangt

Gleichzeitig ist eine Debatte entbrannt, wie die spanische Fischereiflotte in Zukunft geschützt werden soll. Bislang ist vorgesehen, jedes Boot mit je vier privaten Sicherheitsleuten auszustatten, darunter teilweise Ex-Militärs. Das Wachpersonal wird pro Schiff vermutlich monatlich 38.000 Euro kosten, insgesamt fast eine halb Millionen. Autonome Regionen und Zentralregierung würden jeweils ein Viertel der Kosten tragen.

Der Partido Popular votiert hingegen für militärischen Schutz, der nicht nur sicherer sondern auch billiger sei. Die regierende PSOE lehnt dies aus rechtlichen Gründen ab, die Konservativen halten einen solchen Einsatz allerding für abgedeckt durch UNO-Recht. Die derzeitige Einsatzbereitschaft der spanischen Marine wird von verschiedenen Seiten als unzureichend kritisiert, da sie nur im Verteidigungsfalle schießen darf und außerdem vom weit entfernten Madrid aus kommandiert wird.


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