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26. Juni 2019
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  ’Ley Beckham’ steht vor Abschaffung
 
 
 
 

Ausländische Profifußballer und anderer Spitzenkräfte mit einem Jahresgehalt von über 600.000 Euro müssen in Spanien nur eine reduzierte Einkommenssteuer von 24% (statt 43%) zahlen. In Zeiten von Wirtschaftskrise und umfassenden Steuererhöhungen wird die Regierung diese Vergünstigung nun zum 1. Januar 2010 wieder abschaffen. Sie war vor sechs Jahren unter der konservativen Regierung Aznar eingeführt worden, um Spaniens Wettbewerbsfähigkeit in unterschiedlichen Bereichen zu stärken. Vor allem Wissenschaftler und Top-Manager sollten so ins Land gelockt werden.

Fußballmillionäre mit Steuersatz eines einfachen Arbeiters

Bekannt wurde die neue Regelung jedoch durch die Vorteile, die sie spanischen Fußballclubs bei der Anwerbung ausländischer Top-Spieler verschaffte. David Beckham war einer der ersten, der von dem Rabatt profitierte: Als er in der Saison 03/04 zu Real Madrid wechselte, war sein Steuersatz trotz Millionengehalts nicht höher als der eines Arbeiters mit 17700 Euro brutto im Jahr. Volksmund und Presse tauften die Neuregelung entsprechend “Ley Beckham”.

Streik der ganzen Liga?

Die spanische Liga de Fútbol Profesional hat nun für den 05.11.09 eine Versammlung aller Clubs einberufen um Pro- und Gegenargumente der Reform sowie das weitere Vorgehen zu besprechen. Selbst von Streik wird schon gesprochen, um die drohende “Beeinträchtigung der Kokurrenzfähigkeit” noch zu verhindern. Unterstützung finden sie bei den Konservativen. Ihr wirtschaftspolitischer Sprecher sprach ebenfalls von einem “Rückschritt in der Wettbewerbsfähigkeit” und warf der PSOE “Demagogie” vor. Er verwies auf ähnliche Gesetze in anderen Ländern und erinnerte an die zeitliche Begrenzung des Steuerrabatts auf drei Jahre.

Ende der Marktvorteile

Die “Ley Beckham” wird jedoch schon seit ihrer Einführung vielfach kritisiert. In der aktuellen Debatte finden es viele spanische Fußballprofis nur logisch, dass ihre ausländischen Kollegen denselben Beitrag leisten. Andere Stimmen weisen darauf hin, dass die Klubs dem Fiskus trotz Steuervorteilen derzeit noch hunderte Millionen schulden, während sie gleichzeitig Rekorde brechen bei Ablösesummen und Spielergehältern.

Nicht zuletzt Fußballfans und -vereine anderer Länder freuen sich über das Ende der ihrer Meinung nach unzulässigen Vorteile der Spanier auf dem Spielermarkt. Ein Vergleich: Die Wirtschaftsprüfer Ernst&Young haben ausgerechnet, dass deutsche, italienische und englische Vereine, um einem Spieler ein Bruttogehalt von zwei Millionen Euro zu bieten, rund 3,5 Millionen brutto zahlen müssen. Barça, Real Madrid usw. müssten derzeit noch weniger als 2,7 Millionen aufbringen.


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