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19. April 2019
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  Der Frachter Alakrana und das Piratenproblem
 
 
 
 

Der baskische Fischtrawler wurde vor drei Wochen 400 Seemeilen vor Somalia überfallen. Wenige Tage zuvor war er bereits einmal angegriffen worden, konnte aber entkommen. Seit fünf Tagen besteht kein Kontakt mehr zur Besatzung, fünf baskische Städte haben deshalb für den 23.10. zu Kundgebungen für die Unterstützung ihrer Landsleute aufgerufen.

Rekordlösegeld erwartet

Aus dem Umfeld der Vermittler heißt es laut El País, den festgehaltenen Seeleuten ginge es gut und die Verhandlungen gingen voran. Aufgrund der hohen Anzahl an Geiseln geht es vermutlich um ein Rekord-Lösegeld. Im April 2008 wurden 1,2 Millionen für einen baskischen Frachter und seine 26köpfige Besatzung gezahlt, der Preis für die Alakrana könnte nach Schätzungen doppelt so hoch sein. Dieselben Quellen deuten außerdem an, bei den Entführern der Alakrana handle es sich um die Gruppe, die im April 2009 bereits den deutschen Frachter Hansa Stavanger in ihre Gewalt gebracht hatte und erst nach vier Monaten freiließ.

Zwischenzeitlich drohten die Piraten mit dem Abbruch der Verhandlungen und verlangen die Freilassung zweier ihrer Komplizen. Sie wurden beim Versuch, aufs Festland überzusetzen, von der spanischen Marine gefasst und nach Spanien gebracht. Derzeit muss mit medizinischen Untersuchungen noch zweifelsfrei die Volljährigkeit eines der Kidnapper geklärt werden, bevor ein Prozess, unter Umständen sogar mit dem Vorwurf des Terrorismus, beginnen kann.

Söldner zum Schutz der Fangflotte

Der Überfall hat eine Debatte über den Einsatz von Marinesoldaten auf den Schiffen angestoßen. Frankreich hat zum Schutz seiner Trawler bereits 30 Marinesoldaten abgestellt. Spaniens regierende Sozialisten lehnten den Vorschlag mit Verweis auf die Rechtslage ab, weshalb nun bewaffnete Söldner, ehemalige britische Soldaten, acht Schiffe der spanischen Fischerei-Flotte im Indischen Ozean begleiten. Dieser Einsatz wird zwar größtenteils vom spanischen Staat bezahlt, aus rechtlichen Gründen müssen die Schiffe nun aber unter der Flagge der Seychellen fahren.

Vorwurf der illegalen Fischerei

Derzeit befinden sich sieben Schiffe unterschiedlicher Nationalität in Händen von Piraten. Einige Gruppen weisen jedoch den Vorwurf der Piraterie zurück und beschuldigen im Gegenzug die Fangflotten und die EU der illegalen Fischerei vor Somalias Küsten. Einer ihrer Sprecher sagte vor einem Jahr der NY Times: "Wir sehen diejenigen als Piraten an, die illegal in unseren Meeren fischen, ihren Müll in unseren Meeren entleeren und Waffen in unsere Meere bringen. Wir patroullieren nur unsere Meere. Betrachtet uns als eine Art Küstenwache.†Auch Umweltschutzgruppen kritisieren die Überfischung in der Region, in der viele Menschen Hunger leiden.


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