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26. Juni 2019
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  2 Jahre Widerstand: Der Patio Maravillas feiert Geburtstag
 
 
 
 

Der Patio Maravillas, in der Calle Acuerdo 8 gelegen, ist zweifelsohne eines der wichtigsten sozialen Zentren Madrids. Besetzt wurde das Gebäude im Sommer 2007, drei Monate später präsentierte sich der Patio der Öffentlichkeit und lud zum Mitmachen und Mitbenutzen ein. In der ehemaligen Klosterschule, die sieben Jahre lang geschlossen war, finden heute unterschiedliche Kollektive, Gruppen und Aktivitäten ihren Platz. Im Zentrum Madrids liegend versteht sich der Patio als Teil des barrios, der keine Enklave darstellen will, sondern ein offenes Projekt ist.

Von Yoga über Diskussionsveranstaltung bis Fahrradwerkstatt
Unter den diversen Tätigkeitsfeldern finden sich unter anderem eine Werkstatt für Fahrräder, eine Cafeteria, Schreib- und Fotografieworkshops, ein Chor, Yogaklassen, ein Kino und ein Gratis-Laden. Daneben werden Spanisch-Stunden, Kurse zum spanischen Rechtssystem sowie zum Arbeitsmarkt für MigrantInnen und Flüchtlinge angeboten. Auch Menschen, die sich politisch austauschen, Tanzklassen, Sprachstunden anbieten oder Protestaktionen organisieren und koordinieren wollen, finden im Patio einen Ort, wo sie dies verwirklichen können.

Die im Patio Maravillas tätigen Menschen sind vielfältiger als jene Bilder, die herkömmliche Klischees zu anarchistischen, linksextremen HausbesetzerInnen mit Rasta-Frisur gern suggerieren. Im Gegenteil, heute finden sich in diesem Zentrum Menschen unterschiedlichster Herkunft mit unterschiedlichen Ideen und Projekten ein, die hier den entsprechenden Raum dafür vorfinden. Der kleinste gemeinsame Nenner ist die Rückeroberung des öffentlichen Raums und der Wunsch einen Raum als sozialen Treffpunkt zu schaffen, wo kritische Positionen gebildet und Alternativen gelebt werden können . elenac

Patio von Räumung bedroht
Trotz des offensichtlichen Erfolges ist das Fortbestehen des Patio Maravillas ungeklärt. Die Räumung des Patios durch die öffentlichen Behörden ist seit der Besetzung vor zwei Jahren ein konstantes Thema. Am 22. Jänner sollte der Patio Maravillas von der Polizei geräumt werden. Die große Unterstützung in der Bevölkerung und von diversen NGOs, wie Ärzte ohne Grenzen oder Ecologistas en Acción, verhinderte jedoch den bereits zweiten Räumungsversuch. So fanden sich am Tag der angekündigten Räumung über 400 Personen ein, um mittels einer Menschenkette die Polizei am Eintreten zu hindern. Auch wenn im Sommer mit einem neuen Versuch zur Räumung gerechnet werden darf, zeigen sich die GestalterInnen des Patio kämpferisch. Es gäbe immerhin noch viele andere leerstehende Häuser zu besetzen.


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