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23. März 2017
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  Wie deutsche Mädels die Fussball-EM in Spanien erleben
 
 
 
 

Deutschland steht im EM- Finale gegen Spanien. Die Deutschen sind überwältigt, der Titel ruft, sie sind nur ein Spiel entfernt vom Europameister! Auch die Mädchen fiebern mit, quietschen bei jedem Tor, seufzen bei jedem Ballverlust und feuern Schweini, Poldi und den hübschen Ballack an. Da fliessen Tränen der Freude- ist das alles emotional! Ja, spätestens seit der letzten Weltmeisterschaft hat es auch das schöne Geschlecht angesteckt: das Fussballfieber!

Man will es ausleben, dieses neue Nationalgefühl, sich deutsche Flaggen auf die Wangen pinseln, Arm in Arm "Schwarz und Weiss- Wir stehen an eurer Seite" und "Oh wie ist das schön, oh wie ist das schön" trällern, grosse Deutschlandflaggen schwenken und sich in figurbetonten Trikots - zum Glück gibt es diese Girlieshirts, in diese Säcke lässt man sich nicht stecken- an die Männer klammern! Ganz Deutschland ist im Ausnahmezustand, erzählt man, und hier?

Deutsche Mädels in Madrid, Spanien gegen Deutschland, und sie sind Madrid! In Unterzahl müssen sie sich dem Feind, der brüllenden Meute ausgeflippter Spanier stellen. Mit "Viva España" gehen sie abends ins Bett und stehen morgens auf. Sie denken in Rot-Gelb-Rot, sehen das spanische Königspaar mehr als die Bundeskanzlerin und bewundern Jogis anliegendes massgeschneidertes Hemd nur während der Spiele am Platzrand! Es ist übrigens beeindruckend, dass das nicht reisst wenn er losjubelt. Ach das ist so süss wenn er aufspringt. Jedenfalls, wo bleibt ihr neuer deutscher Patriotismus in dem Land der Toreros? Wo bleibt das deutsche Bier (ja, auch das haben sie für sich entdeckt) und das Mitfiebern mit ihren deutschen Männern, aber noch wichtiger:

Wo bleibt der Charme der spanischen Männer? Nichts mehr mit "¡Hola guapa!" (Hallo Hübsche) und "¿Que tal, Bonita?" (Wie gehts, Schönheit?), oder einfacher "Guapa", "Que mona" (Wie süss) und Konsorten. Was bleibt ist ein abwertendes "Son alemanes" (Das sind Deutsche) und "Vamos a ganar nosotros. Es-pa-ña, Es-pa-ña, Es-pa-ña."(Wir werden gewinnen. Spanien! Spanien! Spanien!). Dabei brüllen die dunkelhaarigen Schönlinge wie die Tiere, so laut dass den Mädels die Ohren flattern, reissen ihre Arme theatralisch in die Höhe und verziehen die rotgelben Gesichter zu seltsamen Grimassen. Meine Güte, denken sie, Südländer! So sind WIR nicht. Warum müssen die den so versteift sein. Und diese Arroganz, diese Sicherheit, sie seien die Besten! Man versucht es mit Gesprächen, erklärt ihnen die Situation. Das sei nicht fair, meint man, man sei natürlich auch für seine Mannschaft und führe sich nicht so auf.

Auf der Strasse wird abwertend geschaut und die Nase gerümpft. Aber die Mädels bleiben standhaft. Die deutschen Farben leuchten auf den Wangen, verhalten wird hier und da eine Fahne geschwenkt,angesichts dieses Meeres spanischer Banderas; Rot-Gelb-Rot so weit das Auge reicht. Nachdem sie über Berge leerer Flaschen und Müll gestolpert sind während ihnen überall der Kriegsruf " ¡A por ellos!" (¡Schnappt sie euch!) entgegendonnert lassen die Vertreterinnen deutschen Geschlechts sich dann doch etwas einschüchtern. Deutsche Männer, Steigerung deutsche Fussbalfans, Steigerung spanische Männer, Steigerung spanische Fussballfans -mit den ersten beiden Spezies können sie mithalten, wenn auch auf ihre Art, von den letzten Beiden sind sie wohl doch noch etwas entfernt.


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