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  Geheimtipp: Die alte Kirche la Vera Cruz
  3. Mai 2010 17:08, von Jonas W.
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Auch noch sehr sehenswert ist die alte Kirche La Vera Cruz, sie liegt etwa 20 Minuten nördlich des Alcázar. Segovia verwandelt sich auf dem Weg in ein kleines verschlafenes spanisches Dorf - so kommt es einen zumindest vor. Die kleine schlichte Kirche ist aus dem 1208 und wird oft den Tempelrittern zugerechnet. Wahrscheinlich wurde sie aber von dem kastilischen Orden vom Heiligen Grab erbaut.Sie wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben und in den folgenden fast 300 verfiel sie zunehmend. Erst 1951 wurde sie restauriert und ist seitdem wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Wer nach dem Besuch des Alcázar noch Zeit und Energie hat, der sollte sich den kleinen Umweg an den Rand Segovias nicht entgehen lassen.

Beantworten
  In der Idylle Segovias
  1. Juli 2008 11:59, von Jörn
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Ein wirklich sehr gelungener Artikel! Man fühlt sich auf eine Reise durch das schöne Städtchen mitgenommen. Sehr einlandend und stilistisch sauber geschrieben!

Beantworten

Wer möchte nicht einmal der Grossstadt für eine Weile entfliehen? 90 km nördlich von Madrid entfernt, fern der Madrider Strassen, der Menschenmassen und des Motorenlärms der Autos, fern von Abgasgeruch und Zigarettenqualm, befindet sich Segovia. Das kleine Städtchen, auf einer 1.000 Meter hohen Felszunge zwischen den Flüssen Eresma und Clamoresder gelegen, ist von idyllischer Natur umgeben. Seit 1985 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe und erzählt mit seinen historischen Bauten ein Stück spanische Geschichte. In einem Tagesausflug konnte ich hier Kulturgut entdecken und gleichzeitig die Seele baumeln lassen.

Katharina B.

In dem kleinen Busbahnhof in der Calle Paseo de la Florida in Madrid, von dem die Busse des Unternehmens La Sepulvedana jede halbe Stunde nach Segovia abfahren, ist unter der Woche nicht viel Betrieb. Während sie auf den Bus warten, sitzen die Einheimischen auf blauen Plastikstühlen und lesen unter grellem Neonlicht die Tageszeitung. Der Boden in dem einzigen Raum des Busbahnhofs ist schmutzig und befleckt, ebenso wie die Wände; und Fenster gibt es nicht. Doch das hat im Vergleich zu der deutschen Sterilität seinen besonderen Charme. An den Schaltern, hinter denen die dunkelhaarigen, wortkargen Fahrkartenverkäufer sitzen, ist schnell das Ticket gekauft. Eine Treppe führt mich ein Stockwerk tiefer in eine Garage. Hier trete ich ins Freie und werde von der scheinenden Sonne freundlich überrascht. Die Busse stehen schon zur Abfahrt bereit.

Katharina B.

Eine Stunde Fahrt und das Ziel, das zugleich den Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Segovia in Kastilien- Leon bildet, ist erreicht. Der Bus passiert den Ortsteingang und nichts weist darauf hin, dass Segovia mit Toledo und Avila zu den drei historischen Metropolen in Madrids Umgebung zählt. Straßen und Gebäude wirken schlicht und unauffällig. Als ich, startend vom Busbahnhof, die Haupteinkaufsstrasse ganz hinuntergehe und auf den langen, aus der römischen Antike stammenden Aquädukt mit seinen 118 Bögen blicke, bin ich von der Besonderheit Segovias überzeugt. Im 1./2. Jahrhundert nach Christus erbaut, versorgte es bis in die 1970er Jahre die Stadt mit Wasser aus dem Fluss Acebeda und über 18 km weit aus dem Rio Frio. Auf mich wirkt er mächtig und geheimnisvoll. Es ist ein Bauwerk mit einer eigenen Geschichte und ich fühl mich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt.

Katharina B.

Gleich daneben befindet sich die Tourismusinformation. Mit einer Stadtkarte geht es dann über alte Sandsteintreppen hoch in Segovias romanische Altstadt. Die Calle Juan Bravo führt auf den Plaza Mayor, an dem die pompöse spätgotische Kathedrale der Stadt angrenzt. Ihre aus dem 17. Jahrhundert stammende Vierungskuppel und der 88 Meter hohe Turm ragen über den romantischen Dächern erhaben empor. In der Kathedrale ist es ruhig und kühl. Ich wandele durch das hohe Hauptschiff und die Seitengänge, bewundere die goldenen Verzierungen an Wänden, Decken und Altären. Gedämpft scheint das Licht durch die bunten Fenster. Meine Schritte klingen dumpf auf dem grauen Marmorboden. In dem Innenhof der Kathedrale stehen kleine Bäume und zierliche grüne Rosenzweige ranken sich an den sandfarbenen Wänden entlang. Im Hintergrund recken sich die Türme in den Himmel. Gedankenversunken gehe ich zurück zum Ausgang.

Katharina B.

Wieder im Freien geht es weiter in Richtung Westen, über die Calle Marquéz del Arco und Calle de Daoiz auf die Palastfestung Alcazar zu. Links und rechts zweigen sonnendurchflutete Gässchen ab. Zwischen efeubewachsenen Geländern ermöglichen sie die Aussicht auf Hügel, Wälder und Wiesen. Am Alcazar angekommen, eröffnet sich mir ein Panorama der gesamten Stadt und der umgebenen Natur. Ich atme frische Luft ein und lasse den Blick über weite Landschaften bis zum Horizont schweifen - ein befreiendes Gefühl. Das Alcazar selbst wirkt wie ein märchenhaftes Schloss, in dem Aschenputtel und ihr Prinz hätten zuhause sein können. In Wirklichkeit zählt das im 11. Jahrhundert errichtete Bauwerk zu den bekanntesten Burgen in Spanien. Im Laufe der Jahrhunderte war es immer wieder Residenz der spanischen Könige. So hatte Alfonso VIII. hier seinen Regierungssitz, und Isabella von Kastilien wurde in der Burg zur Königin gekrönt. Insbesondere der Thronsaal (Sala de la Galera) und der Königssaal (Sala de los Reyes) erinnert an die Zeit des Mittelalters.

Auf dem Rückweg lädt nicht nur eine der 20 romanischen Kirchen zur Besichtigung ein, doch lässt vor allem ein abschliessender Cafe auf dem Plaza Mayor mit Blick auf die Kathedrale den märchenhaften Tag in Segovia angemessen ausklingen.


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  • Geheimtipp: Die alte Kirche la Vera Cruz

    3. Mai 2010 17:08, von Jonas W.
    Auch noch sehr sehenswert ist die alte Kirche La Vera Cruz, sie liegt etwa 20 Minuten nördlich des Alcázar. Segovia verwandelt sich auf dem Weg in ein kleines verschlafenes spanisches Dorf - so kommt es einen zumindest vor. Die kleine schlichte Kirche ist aus dem 1208 und wird oft den Tempelrittern zugerechnet. Wahrscheinlich wurde sie aber von dem kastilischen Orden vom Heiligen Grab erbaut.Sie wurde im 17. Jahrhundert aufgegeben und in den folgenden fast 300 verfiel sie zunehmend. Erst 1951 wurde sie restauriert und ist seitdem wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Wer nach dem Besuch des (...)

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