Werbung Madrid
23. April 2017
Ihre Zeitung Aktuelles aus Spanien Wissenswertes
  Illegaler Tabakhandel in den Händen der chinesischen Mafia
 
 
 
Jonas W.
Ein reisender Politologe, den es für einige Monate nach Madrid verschlagen hat. 2009 mit Uni-Abschluss in Frankfurt/Main entschloss ich mich noch (...)


Während sich Spanien bereits wegen 0,1 Prozent Wirtschaftswachstum freut, wächst der Markt mit nachgemachten Zigaretten um 96 Prozent. Sie sind um ein vielfaches schädlicher, aber dafür auch erheblich günstiger - Zigaretten aus der Hand diverser Schmugglerringe in Spanien. Die chinesische Mafia wird für den prosperierenden Markt mit dem illegalen Tabak verantwortlich gemacht.

(flickr.com/photos/elentir/) -

Der Zoll in Puerto de Vigo (Galizien, Spanien)

84 Prozent des illegal verkauften Tabaks in Spanien geht auf das Konto der chinesischen Mafia. Die Zahlen seien eindeutig und die Zukunft sieht wenig optimistisch aus, so lässt sich der Bericht der Guardia Civil in Bezug auf die Zollvergehen zusammenfassen. Laut ihren Untersuchungen hat die chinesische Mafia den Markt weitgehend monopolisiert und sie lassen auch kaum noch andere Schmugglerbanden an den illegalen Geschäften teilhaben. 2009 wurde fast 14 Millionen Zigarettenpackungen vom Zoll beschlagnahmt, im Jahr zuvor waren es 96 Prozent weniger.

Der illegale Tabakmarkt boomt wieder
Nachdem die Zahl im Jahr 2006 sogar noch etwas höher lag (14,6 Millionen), verstärkte Spanien die Bemühungen im Kampf gegen die Schmuggler. Zunächst mit Erfolg, bis die chinesische Mafia letztes Jahr den Mark mit Billigzigaretten überschwemmt hatte. Wie die Polizei jetzt bestätigt hat, seien die Fälschungen aus China die exaktesten und daher nur sehr schwer zu erkennen. Etiketten, Zertifikate und Verpackungen werden so gut gefälscht, dass nur Experten die Unterschiede ausmachen können.

Fälschungen oft mit schwermetallen belastet
Die Fälschungen seien dabei teilweise sehr gesundheitsbedenklich. Untersuchungen ergaben, dass viele Abfallprodukte mit dem Tabak vermischt werden - bis hin zu giftigen Schwermetallen. Die beliebtesten Marken der Fälscher sind Marlboro, Winston, Fortuna und Chesterfield - diese machen zusammen ca. 50 Prozent des spanischen Marktes aus. Neben den Geschäften, die vor allem in den Häfen von Barcelona und Valencia ablaufen, macht den Behörden ebenfalls der illegale Grenzverkehr mit Andorra und über Gibraltar sorgen. Hier wird massenhaft Tabak, der aufgrund der niedrigen Steuern viel günstiger ist, am Zoll vorbei nach Spanien geschafft. Während eine Packung Malboro in Spanien 3,60 Euro kostet, sind es in Andorra nur 2,20 Euro.

Schmuggel in kleinen Einheiten
Die Schmuggler gehen sehr geschickt vor und führen immer nur Mengen im Wert von knapp unter 6000 Euro ein. Dass ist genau die Grenze, ab der der illegale Handel mit Gefängis bestraft wird. So wurden 2009 zwar 177 Schmuggler erwischt, allerdings nur 15 von ihnen mit Mengen über der 6000 Euro-Marke.

Die Wirtschaftskrise und die damit einhergehende sinkende Kaufkraft verhilft der chinesischen Mafia zu einem enormen Wachstum, inzwischen beherrscht sie mit dem monopolisierten Tabakhandel den illegalen Tabakmarkt fast vollständig.

Mehr dazu auf 20Minutos.es: http://www.20minutos.es/noticia/722538/0/mafia/china/tabaco/
Jonas W.
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
In der gleichen Rubrik
Machismo - ein spanisches Problem? (27.08.2010)
Madrider Polizei erstellt Bettler-Liste (23.07.2010)
Illegaler Tabakhandel in den Händen der chinesischen Mafia (12.06.2010)
Mehrheit für Aufklärung der Franco-Verbrechen (14.05.2010)
Rentner in Spanien - Sanidad veröffentlicht neue Studie (10.05.2010)
[Gesellschaft]
Neueste Artikel
"Lebendiger Treffpunkt im Zentrum Madrids" (21.12.2010)
Wenn spanische Funken sprühen...! (21.12.2010)
La Oreja de van Gogh (21.12.2010)
Héroes del Silencio (1984 – 1996) (14.10.2010)
Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 80 bis 100 Minuten - Basketball in Spanien (27.09.2010)
[Startseite]
Sección en español
[Sección en español]

Impressum
Redakteur werden
Editorial
Kommentare
Fotos
Die Indische Restaurants in der Calle Lavapiés
Erholung im Retiro Tirso de Molina
Videos
Die Straßen von Madrid
Tarife Werbung
Werbung




Startseite | Kleinanzeigen | Kontakt | Teilnahme an der Zeitung | Werbung

Copyright 2007-2017 MadriderZeitung.