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29. Mai 2017
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  Sevilla - Hollywood der Webserien
 
 
 
Jekatherina A.
Kulturwissenschaftlerin aus Berlin. Und bevor es mit dem Master weitergeht, gönne ich mir nochmal einen kurzen Praktikumsaufenthalt in der Stadt (...)


Eine kleine Gruppe von Produzenten hat sich in der andalusischen Hauptstadt etabliert. Mit ihren low-budget Webserien erzielen sie ungeahnte Erfolge und erreichen ein breites Publikum.

(Jekatherina A.) -

Niña Repelente - Sevillas Nervensäge

Web-TV
Das Modell von sechs Produzenten in Sevilla funktioniert: geringe Kosten - große mediale Wirkung. Die Internet-Fernsehen Produktion ist die Hollywoodversion aus dem Süden Spaniens, die jedoch noch eine Form finden muss, Geld damit zu machen. Da sie keine Unterstützung von den Fernsehsendern bekamen, sahen die Produzenten im Internet eine Möglichkeit sich und ihre Arbeit zu präsentieren und zu verbreiten.

Kein Gewinn, dafür große Anhängerschaft
Die Webserien sind eine Kreation von Freunden, die, von Arbeitslosigkeit betroffen, eine kostenlose Variante fanden, von eben dieser zu berichten. Warum diese Idee im Süden Spaniens so boomt, können sie sich nicht erklären. Alfonso Sánchez, Mitglied der Gesellschaft Mundo Ficción und Schauspieler in Trilogía sevillana meint: "Das Produkt bringt Null Gewinn, dafür absolute Treue seitens des Publikums." Was die Besucherzahl im Internet mit 5 Mio. beweisen. Die jungen Leute werfen den Fernsehsendern geringe Risikobereitschaft vor: "Die Investoren reagieren nicht, unsere Zuschauer hingegen schon."

Niña Repelente - die Nervensäge aus Sevilla
Das unaustehlichste Mädchen Sevillas kommt in den sechs Folgen der Serie Niña Repelente sogar auf 7 Mio. Besucher. Doch keiner der Macher lebt von dem Unsinn, den dieses Mädchen von sich gibt. Jesús Calvo de León und Manuel Pérez sind Webdesigner und der Bruder des Letzteren, José Antonio, arbeitet bei McDonald’s. Die Internetserien machen einen vielleicht berühmt, für den Lebensunterhalt reicht es aber nicht.

El Cabeza y El Culebra
Nach 10 Jahren Kinogeschäft, versuchte es Mundo Ficción mit Filmen im Netz. Die Geschichte von El Cabeza und El Culebra ( Der Kopf und die Schlange) war ursprünglich Sieger eines Kurzfilmwettbewerbs. Das Festival stellte den Film ins Internet und das Publikum verschlang ihn förmlich. "Wir sind nicht auf das Internet ausgerichtet, wir haben es für uns entdeckt.", sagt Carlos Crespo, Mitglied der Gesellschaft.

Kleine Einnahmequelle: T-Shirts der beliebten Serien
Das Marketing funktioniert. Es bringt nicht viel Geld ein, verdeutlicht jedoch die Popularität der Serien. Es wurden bereits Tausende von Niña repelente T-Shirts verkauft, sowie Sweatshirts und Basecaps. Mundo Ficción hat weitere 1.500 T-Shirts verkauft, aber vor allem mit den beliebtesten Sprüchen aus Trilogía sevillana. Impose, die Produktionsgesellschaft von Niña Repelente, vermarktet sich über Youtube, wodurch ebenfalls etwas Geld reinkommt. Doch die Geduld hat auch ein Ende: "Wenn die Besucherzahl nicht weiter steigt, dann geben wir Honorio auf.", meint der junge Produzent Sándor Salas. Honorio ist eine Serie um den Priester gleichen Namens, der mit seiner Religion "potomismo" das Internetpublikum zum Lachen bringt. Der Priester wird von dem arbeistlosen Elektriker Noé Moreno gespielt.

Webserien Festival
Die Produzenten aus Sevilla sehen ihre Zukunft in der Fusion von Fernsehen, Internet, DVD, Musik etc. Andere, wie die traditionelle Kinoproduktionsfirma Maestranza, setzen auf die US-amerikanische Minigebühren-Variante des I-TVs: per Streaming kann man sich Filme für 4€ ansehen und für 15€ runterladen. Um die Webserien finanziell zu unterstützen, wird dieses Jahr zum ersten Mal ein Festival durchgeführt, bei dem das Publikum im Internet über den besten Film abstimmt. Veranstalter ist Nikodemo, Produzent der Webserie Cálico Electrónico, und es gibt Preise im Wert von 15.000 €.

Auch wenn die Macher der Webserien nicht von ihrer Arbeit leben können, so bietet das Internet auf jeden Fall Platz für Kreativität und ist gleichzeitig neues Medium der audiovisuellen Kunst. Desweiteren steht für die meisten Produzenten auch nicht der finanzielle Gewinn im Vordergrund, zumindest ist er nicht die Grundmotivation. Und wer weiß, das Internet ist schließlich nicht selten Sprungbrett für eine Karriere in höheren Sphären, MySpace und Co machen es in der Musikindustrie vor ...

El País: http://www.elpais.com/articulo/portada/Sevilla/Hollywood/webserie s/elpepisupcib/20100506elpcibpor_1/Tes#
Jekatherina A.
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