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23. Juli 2017
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  Spanische Restaurantketten
 
 
 
Jonas W.
Ein reisender Politologe, den es für einige Monate nach Madrid verschlagen hat. 2009 mit Uni-Abschluss in Frankfurt/Main entschloss ich mich noch (...)


Bei Schnellrestaurants isst angeblich niemand gerne, doch steigen die Gewinne der entsprechenden Konzerne oft exorbitant; Grund genug für uns einmal zu probieren. Subway, Starbucks und der allmächtige McDonalds-Konzern haben es vorgemacht und Spaniens Unternehmen zogen nach. Genannt wird die schnelle Küche comida rápida. Wir stellen Ihnen einige spanischen Ketten vor.

(flickr.com/photos/thoth188) -

Das Museo del Jamón in Madrid

Schnelles Essen zum Mitnehmen ist eigentlich eine Kriegserfindung. Während der Napolonischen Kriege marschierte die russische Armee bis nach Paris. Dort verlangten sie schnelles Essen zur Versorgung der Truppen. Das russische Wort für schnell (bystro) repetierten die Russen dabei so oft, dass die Franzosen es Übernahmen und das Bistró daraus machten. Bis nach Spanien sind die Soldaten des Zaren nicht mehr gekommen - so gibt es statt dem Bistró in Madrid aber ein Museum:

Museo del Jamón
Hierbei handelt es sich nicht - wie der Name vermuten lässt - um eine Kultureinrichtung zu einem der beliebtesten spanischen Exportschlager - dem Schinken, sondern um eine 1978 von zwei Brüdern gegründete Kette, die heute über 200 Produkte im Sortiment hat. Der ungewöhnliche Name des Museo de Jamón bezieht sich auf ihr erstes Schnellrestaurant - es öffnete unweit der vielen Madrider Museen, auf dem paseo del Prado. Sehr beliebt sind die verschiedenen Bocadillos mit Käse, Chorizo und natürlich Schinken für einen Euro. Zum Mitnehmen bietet sich das Picknick an, dass 2 Euro kostet und aus einem Bocadillo nach wahl, einem Getränk (Bier, Wasser oder Softdrinks) und entweder einer Orange oder einem Apfel besteht. Ein komplettes Menü bekommt man meist für Sieben Euro, ein kleines Bier kostet 70 Cent. Eingerichtet ist das Museo stereotypisch im spanischen Stil. Wer eine preisgünstige Zwischenmahlzeit sucht, der ist im Museo del Jamón richtig aufgehoben: am besten zum mitnehmen, Sitzplätze sind ohnehin Mangelware.

Cerveceria 100 Montaditos
Das erste Montaditos, wie die Kette kurz genannt wird, wurde 2001 in Islantilla (Huelva) eröffnet. Laut eigener Aussage setzen sie vor allem auf Wettbewerbsfähigkeit und niedrige Preise. Ein Montadito ist ein kleines Stück Brot mit einer Tapa. Wie der Name schon verrät gibt es hier davon ca. 100 Stück, für jeweils 70 cent bis 2 Euro. Auch ein typisch spanisches Frühstück, bestehend aus Kaffee und einem Montadito gibt es relativ günstig. Das Montadito lädt auch mehr zum bleiben ein als das Museo del Jamón, so bekommt man selbst zur Spitzenzeit meist doch noch eine Sitzgelegenheit. Bestellt wird im Montaditos etwas ungewöhnlich, denn die Speisekarten dienen als Bestellschein. Neben der Auswahl und der Menge notiert man noch seinen Vornamen, den der Kellner dann aufruft, wenn das Essen fertig ist. So haben im Jahr 2007 14 Millionen Kunden 40 Millionen Montaditos bestellt, was die Unternehmer zur internationalen Expansion bewogen hat: 100 Montaditos gibt es inzwischen auch in Portugal, Italien, Frankreich, Irland, England, China, Brasilien und Mexiko. Insgesamt summieren sich die Anzahl der Franchise-Filialen weltweit auf 130. Besonders voll ist das Montaditos immer mittwochs, dann gibt es alles für einen Euro. Wenn man richtig Hunger hat, sollte man die Kette aber meiden, da man dann schon fast 10 Minibaguettes braucht, um satt zu werden - was schnell teuer wird.

Rodilla
Mitten in der Endphase des spanischen Bürgerkriegs eröffnete Antonio Rodilla 1939 sein erstes Restaurant in Callao/Madrid und nannte es nach ihm, Rodillo. Nach einigen Jahren entschied er sich nur noch kalte Sandwiches zu verkaufen. Da es zu der Zeit keine zuverlässigen Brotlieferanten gab, entschloss sich Rodilla daher selbst Brot zu backen: ein lohnendes Geschäft, denn den Madrilenen schmeckt es bis heute. In den 70er Jahren konnte er bereits weitere Filialen eröffnen. Inzwischen gibt es Rodilla 72 Mal und 63 Restaurants stehen davon in Madrid. Neben den kalten und warmen Sandwiches bietet Rodilla inzwischen gefüllte Croissants, Salate und Nachtische an.

Wer in Madrid die Zeit zum Essen findet, der sollte auf das Fast Food Angebot ruhig verzichten. Wenn allerdings die Zeit fürs Museum und die Kultur knapp werden, dann kann man hier getrost einmal die spanischen Ketten ausprobieren. Wirklich zu empfehlen sind aber vor allem die vielen kleinen Restaurants und Cafés fern der Touristenzentren.

Jonas W.
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