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18. August 2017
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  Taschendiebstahl mit Folgen... jetzt auch in Spanien?
 
 
 
Jonas W.
Ein reisender Politologe, den es für einige Monate nach Madrid verschlagen hat. 2009 mit Uni-Abschluss in Frankfurt/Main entschloss ich mich noch (...)


In Barcelona wurden mitte April 2010 erstmals Taschendiebe mit Gefägnisstrafen belegt. Die Wiederholungstäter wurden bereits 240 Mal erwischt. Der Polizeichef wünscht sich in Zukunft eine schärfere Anwendung des Strafgesetzbuches und hat den Langfingern den Kampf angesagt.

(Jonas W.) -

Die zunehmende Überwachung bringt bei Menschenmengen relativ wenig - wie hier bei der Semana Santa in Barcelona.

In Spanien werden sie inzwischen carteristas muy multirreincidentes genannt - was man vielleicht am besten mit starken vielfach-Wiederholungstätern übersetzen könnte. Ihnen soll in Zukunft eine Gefägnissstrafe drohen.

Erstmals Gefängisstrafen
Ein Rechtsanwalt in Barcelona hat vier Taschendiebe nun erstmals zu Haftstrafen bis zu einem Jahr verurteilt, zuvor wurden sie allerdings von der katalanischen Polizei insgesamt 240 Mal geschnappt und mehr als 400 Mal identifziert. Die Gruppe bestand aus 6 Mitgliedern, die vor allem im Stadtteil Ciutat Vella aktiv waren. Nach einem wird noch gesucht und ein Anderer hat Spanien bereits verlassen. Den Sechs werden 413 Delikte konkret zur Last gelegt und des Weiteren wurden sie 780 Mal identifiziert. Das ist dann auch den katalanischen Behörden zuviel geworden. Der Polizeichef der Region spricht von "sehr starken Wiederholungstätern", die aber nicht koordiniert gehandelt hätten, darum handele es sich auch nicht um eine kriminielle Vereinigung.

Härtere Strafen für Wiederholungstäter?
Einige spanische Politiker fordern eine schäfere Anwendung des bestehenden Strafgesetzbuches, welches für leichten Diebstahl bisher kaum Möglichkeiten zum Freiheitsentzug zulässt. Das sieht auch der Joan Carles Molinero so, er ist Chefkommisar der Stadtpolizei von Barcelona. Er hofft, dass in Zukunft auch Wiederholungstäter mit weniger Vergehen ins Gefängnis wandern müssen - mit den aktuellen Fällen sei aber schon ein "wichtiger Präzedenzfall" geschaffen worden und "Pionierarbeit" für ganz Spanien geleistet.

Datenspeicherung zur Identifizierung
Molinero hatte angefangen einen Datensatz anzulegen, um die Identifizierung einfacher zu machen. Des Weiteren arbeitet er enger mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Mit diesen Mitteln will er eine Dynamik erzeugen, um Barcelona sicherer machen und eine landesweite Dynamik in Gang setzten.

Bei dem aktuellen Fall zeigen sich nicht nur die Schwächen des spanischen Strafgesetztes, sondern auch die des Sozialstaates: Eine zureichende soziale Grundsicherung, auch für Illegale, würde die Grundlage dafür schaffen Diebstahl als Bereicherung und nicht mehr als Überlebensmittel zu definieren. Das ist vielleicht wichtiger als die überbordende Überwachung des öffentlichen Lebens.

Mehr in der 20 Minutos: http://www.20minutos.es/noticia/678856/0/encarcelar/carteristas/m ultireincidentes/
Jonas W.
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