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21. September 2017
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  Rencontres Internationales
Paris/Berlin/Madrid
 
 
 
Jekatherina A.
Kulturwissenschaftlerin aus Berlin. Und bevor es mit dem Master weitergeht, gönne ich mir nochmal einen kurzen Praktikumsaufenthalt in der Stadt (...)


Gestern Abend, am 12.04.2010, fand in der Alten Tabakfabrik (Antigua Tabacalera) bei Wasser und Wein die Eröffnung des Festivals “Rencontres Internationales: Paris/Berlin/Madrid” statt. Das Festival für Neues Kino und Moderne Kunst zeigt in Madrid vom 12. bis 21. April vor allem Kurzfilme von Künstlern aus aller Welt. Alle Veranstaltungen, außer die Filme, die im Cine Doré gezeigt werden, sind kostenlos.

(Daniel Bastidas) -

Anthony McCalls “You and I, Horizontal (III)”

Rencontres Internationales - Treffpunkt für Moderne Kunst
Das Festival wurde 1997 ins Leben gerufen und war zunächst eine Kooperation zwischen Paris und Berlin. Seit 2007 wird auch Madrid mit einbezogen, sodass nun drei große Städte Europas Austragungsort und Treffpunkt für Moderne Kunst und Kino sind. “Wir haben es hier mit drei verschiedenen Kulturen zu tun. Das ermöglicht es uns, die Werke in jeweils unterschiedlichen kulturell-historischen Kontexten dem ungleichen Publikum der drei Länder, zu präsentieren.”, so Jean-François Rettig. Er und seine Kollegin Nathalie Hénon, beide aus Frankreich, sind die Direktoren des Festivals.

Audiovisuelle Welt
Ziel der Rencontres Internationales ist es eine Plattform für Entdeckungen und Reflektionen zwischen dem Neuen Kino und Moderner Kunst zu bieten: Kino, Video, Multimedia. Die Grenzen zwischen diesen Kunstformen sind fließend; ihre Interaktion und die zwischen Künstler und Betrachter soll bei diesem Festival gefördert werden. Auch kann dadurch einem breiten Publikum der Zugang zur Modernen Kunst ermöglicht werden. Den Schwerpunkt auf das Bild in der zeitgenössischen Kunst erklärt Hénon durch seine wichtige Rolle in der heutigen Welt: “Wir leben in einer Gesellschaft der Bilder, welche uns über die Kultur, die Geschichte, den Alltag und soziale Strukturen reflektieren lassen.”

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Daniel Bastidas
Data.matrix [nº1-10] von Ryoji Ikeda

200 Künstler aus 50 Ländern
In diesen 10 Tagen werden unter Anwesenheit vieler Künstler und Regisseure aus Frankreich, Spanien, Deutschland und 50 anderen Ländern über 200 Werke präsentiert. Austragungsorte sind die Antigua Tabacalera (c/Embajadores, 53), das Museum Reina Sofía und das Cine Doré der Filmoteca Española (c/Santa Isabel, 3). Des Weiteren finden in der Comunidad de Madrid Sala Alcalá 31 (c/Alcalá, 31) täglich um 12:00 öffentliche Treffen mit Museumsdirektoren aus aller Welt statt.

Multimediale Ausstellung in der Alten Tabakfabrik
Die Ausstellung “Entre tú y yo - Between you and me” die gestern in der Antigua Tabacalera eröffnet wurde, kann bis zum 21. April (täglich von 12:00 - 20:00) besichtigt werden. Sie zeigt Projektionen und Videoinstallationen verschiedener Künstler aus den USA, Spanien, Belgien, Taiwan, Japan, Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

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Daniel Bastidas
In der Nebelwolke - You and I, Horizontal (III) von Anthony McCall

Ausstellungseröffnung - Zwischen Cyberspace und Nebelkegel
Ab 19:00 versammelte sich nach und nach eine Menschenmenge vor der c/Embajadores 53, um der Eröffnung beizuwohnen. Eine halbe Stunde später durften wir dann endlich rein. Die großen Hallen und langen Gänge der Alten Tabakfabrik sind wie geschaffen für ein Kunstprojekt wie “Entre tú y yo”, so scheint es natürlich das einige Künstler ihre Werke speziell auf den Ort konzipiert haben. Es ist kalt und dunkel, die Tabacalera hat etwas Surreales an sich. Besonders beeindruckend fand ich die Installation “Data.matrix [nº1-10]” von Ryoji Ikeda (Japan): in einem langen Gang werden Computerdaten auf die Wand projiziert, das Ganze untermalt durch sogenannte “Datengeräusche” - Daten als Ursprung für Bild und Ton. Man hat das Gefühl sich in einem Cyberspace zu befinden.
Hans op de Beeck (Belgien) zeigt mit "Staging Silence" ein Video in dem zwei Hände diverse öffentliche Räume in Miniaturversion aufbauen, verwandeln, abbauen, beleuchten. So entsteht vor dem Auge des Betrachters ein Flughafen, ein Büro, eine Eingangshalle, eine Sonne - Wolke - Meer Landschaft (die Sonne durch eine Glühbirne dargestellt), ein Schlosspark - das Schloss ist eine Torte und nachdem ein paar Tortenstücke entnommen werden, verwandelt sich das Schloss in eine Ruine.
Das Spiel mit Licht und Raum erfährt bei Anthony McCalls “You and I, Horizontal (III)” meiner Meinung nach seinen Höhepunkt. Eine Nebelmaschine produziert Rauch und der dunkle Raum wird durch zwei Lichtkegel durchflutet. Das Publikum hat sichtlich Freude daran in diese Rauch-Lichtblase einzutauchen und die Wolken und Wellen mit seinen Händen zu durchschneiden. Man befindet sich wie in einem Traum, einem Nebeltraum.

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Daniel Bastidas
Multimedia Konzert - "El Manifiesto del Futurismo" von Thomas Köner

Digitale Oper
Das Multimedia Konzert von Thomas Köner (Deutschland), fing dann mit einiger Verspätung gegen 21:30 an. In der ersten Halle, eine Art überdachter Innenhof, ließen sich vor allem viele junge Leute auf dem Rasen nieder. Die Digitaloper “El Manifiesto del Futurismo” ist eine Rückkehr in die Zukunft, basierend auf Marinettis futuristischem Dekonstruktivismus. Die Leinwandprojektion zeigt menschliche Körper, durch die man verschiedene Gegenstände, Situationen und Bilder sieht. Das ganze wurde durch elektronische Klänge und Iris Garrelfs Stimme begleitet.

Ab heute können täglich ab 14:00 zahlreiche Kurzfilme aus aller Welt und verschiedenen Themenschwerpunkten wie Kapitalismus, Krieg, Psyche, Individuum, Familie, Fälschung, Postkolonialismus u.a. gesehen werden. Etwas Interessantes ist mit Sicherheit für jeden dabei!

art-action: http://www.art-action.org
Jekatherina A.
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