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28. Juni 2017
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  ETA in Frankreich
 
 
 
Jonas W.
Ein reisender Politologe, den es für einige Monate nach Madrid verschlagen hat. 2009 mit Uni-Abschluss in Frankfurt/Main entschloss ich mich noch (...)


Die ETA hat am Abend des 16. März 2010 in der Nähe von Paris einen Polizisten erschossen. Ein beteilligtes ETA-Mitglied konnte festgenommen werden. Während der Kontrolle eines gestohlenen Autos näherte sich ein weiterer Wagen und begann ein Feuergefecht. Es war der erste Mord der ETA an einem französischen Polizisten. Ein Großeinsatz der französischen Polizei läuft.

(flickr.com/photos/dalequetepego) -

Demonstration gegen die ETA in Bilbao - "Es ist unser Recht: Frieden und Freiheit - Nein zur ETA" steht auf dem Banner

Bei der Kontrolle eines verdächtigen Autos nahe der Kleinstadt Dammarie-les-Lys, 50 Km südöstlich von Paris, wurde eine Person überwältigt als sie gerade eine Pistole zog. In diesem Moment eröffnete ein heranfahrender zweiter Wagen das Feuer. Ein Terrorist tötete bei diesem Schusswechsel einen 52-jährigen Familienvater. Ihm bohrte sich eine Kugel seitlich in den Brustkorb, obwohl er eine kugelsichere Weste trug – er erlag seinen schweren Verletzungen eine Stunde später im Krankenhaus.

„El Guindi“ gefasst
Die Gruppe hatte kurz zuvor ein Autohaus in der Nähe überfallen. Sie machten sich dann verdächtig, weil sie die geklauten Autos am Straßenrand mit Hilfe von Benzinkanistern auftankten. Ein ETA-Mitglied konnte bei der Kontrolle festgenommen werden. Es handelt sich allen Indizien nach um Joseba Fernández Aspurz alias „El Guindi“, der wegen Brandanschlägen in der Region Navarra gesucht wird – dies bestätigten spanische Behörden. Sie haben bereits die Auslieferung beantragt. Frankreich verstärkt unterdessen die Suche nach den Flüchtigen.

ETA bei Paris aktiv?
Frankreich konnte im Jahr 2009 bereits 33 Mitglieder der ETA festnehmen, seit Jahresanfang kamen weitere 8 dazu. Experten gehen davon aus, dass die ETA dadurch erheblich geschwächt ist. Die Organisation hat sich in den letzten Jahren immer mehr nach Frankreich, Portugal oder Katalonien zurückgezogen, um ihre Anschläge von dort aus zu planen. Es ist möglich, dass sich die Gruppierung bis in den Norden Frankreichs zurückgezogen hat. Aktionen hat die ETA in diesen Gebieten aber stets vermieden – vermutlich um die eigene Organisationsstruktur nicht zu gefährden.

Terroristen kopflos?
Frankreichs Innenministerin Brice Hortefeux deutet an, dass es sich bei den Flüchtigen um ETA-Rekruten handeln könnte, die noch nicht ausgebildet seien – dafür spreche die „fehlende Sachkentnis“, welche die ETA sonst aufweisen kann. „Die Gruppe ist in großen Teilen Frankreichs enthauptet“, schlussfolgert die Ministerin weiter.

Frankreich und Spanien im gemeinsamen Kampf
Spaniens Ministerpräsident Zapatero sprach Frankreich sein bedauern aus: "Frankreich hat für seine Mitarbeit im Kampf gegen die ETA einen hohen Preis bezahlt." Beide Staaten wollen ihre ohnehin enge Zusammenarbeit im Kampf gegen die ETA nun weiter ausbauen. Die spanische Polizei darf seit 2008 bereits im französischen Grenzgebiet aktiv sein. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere französische Polizisten bei Schusswechseln mit der ETA verletzt, aber nicht getötet.

Die ETA steht unter Druck – Sicherheitskräfte und Spezialeinheiten haben in letzter Zeit viele Mitglieder verhaftet und logistische Strukturen zerschlagen. Der Mord an dem Polizisten war sehr wahrscheinlich eine Verzweiflungstat der ETA. Eines ist klar ist: Das sichere Hinterland suchen die Terroristen auch in Nordfrankreich vergeblich.


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Jonas W.
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