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26. Mai 2017
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  Fahrräder beliebter - Autoverkehr konstant
 
 
 
Jonas W.
Ein reisender Politologe, den es für einige Monate nach Madrid verschlagen hat. 2009 mit Uni-Abschluss in Frankfurt/Main entschloss ich mich noch (...)


Zweiradfahren in Madrid wird immer beliebter. Nur der Autoverkehr nimmt trotz Krise kaum ab und der öffentliche Nahverkehr leidet an der steigenden Arbeitslosigkeit. Am Mittwoch den 10. März 2010 veröffentlichte der Madrider Stadtrat seinen jährlichen Verkehrsbericht für 2009.

(flickr.com/photos/smb_flickr) -

Darum nimmt man sein Fahrrad besser mit auf den Balkon (Plaza de Lavapiés)

Die Madrilenen holen das Rad immer öfter vom Balkon, auf dem sie es so gerne abstellen. 2009 hat sich die Zahl der Radfahrer in Madrid verdoppelt. 45.000 mal täglich wird das Rad zum Transportmittel, damit macht es aber insgesamt nur 0,6 % am Gesamtverkehr aus. Dazu kamen auch noch 10 % mehr Fußgänger.

Von den Barrikaden auf die Drahtesel
Einmal im Monat holen sich bis zu 3.000 Radprotestler die Straße zurück. Immer Mehr schliessen sich dem kreativen Protest der Aktion Bici Crítica an (Vgl. Bericht Corinna W.). Einmal im Monat treffen sich Radfahrer und Inlineskater für zwei Stunden, um auf ihre Rechte als Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen.

Erwebslose verzichten auf ÖPNV Unter den Radfahrern wird es sicherlich auch einige ehemaliger Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs geben. Dieser musste fast 5 % weniger Nutzer verbuchen. Der Stadtrat in Madrid bringt das mit der steigenden Arbeitslosigkeit in Verbindung. Die Erwerbslosen bräuchten kein Bahnticket mehr um zur Arbeit zu kommen, dazu kommen die nicht unerheblichen Kosten.

Autofahrer trotzen Krise
Trotz der Krise hat sich die Zahl der Autofahrer kaum verändert. Waren es 2008 noch 2,47 Millionen täglich, benutzten 2009 2,4 Millionen ihr Fahrzeug (Minus 2,6 %). Nur im Zentrum zählte der Stadtrat einen merkbaren Rückgang um 7,4 %. Das Auto scheint für viele Madrilenen unverzichtbar. So lehnen 2/3 den Verzicht aufs Auto ab. Laut der Studie waren der Komfort und der Gebrauch für die Arbeit die wichtigsten Gründe. Gespart wird an den Parplatzkosten in Tiefgaragen oder bei kostenpflichtigen Parkmöglichkeiten, hier wurden 10 % mehr Falschparker erwischt. Eine weitere Einsparung ergab sich aus dem gefallenen Rohölpreis, der die Spritkosten niedrig hielt.

Autofahrer trotzen auch Rentnern
Die sensiblen Messdaten der Studie offenbarten eine Steigerung der Geschwindigkeit von 0,12 % auf 24,8 Km/h im Durschnschnitt. Mit diesen Zahlen ist man geneigt dem Madrider Stadtrat zuzutimmen, dieser macht nämlich die „Disziplinlosigkeit“ der Fußgänger für die gestiegenen ernsthaften Unfälle verantwortlich. Die Unfälle stiegen um 3,8 % auf 1018. Die Zahl der tödlichen Unfälle steig dabei um 2 auf 45. Von den Opfern waren 2/3 über 60 Jahre alt.

Ernstes Problem: Fahrradverleih
Der Madrider Stadtrat will künftig für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen und trotz knapper Kassen die Freiräume für Fußgänger (und Touristen) erweitern. Es sei aber noch viel Arbeit nötig, um die Autofahrer zum Umstieg auf ein umweltfreundliches Transportmittel zu bewegen. Der Stadtrat fürchtet um den Platz auf der Straße, wenn 2011 der öffentliche Fahrradverleih in Madrid Wirklichkeit wird.

Wenn Madrid die Lebensqualität steigern will, sollte die Stadt anfangen den Verkehr im Innenstadtbereich einzuschränken. Andere Großstädte wie London haben es vorgemacht. Wenn hier selbst die Krise und der Stadtrat nicht helfen, dann kann Madrid nur auf mehr Bici Crítica’s hoffen.

Die Auktion im Internet Bici Crítica

Mehr zum Fahrradfahren in Madrid auf El País

Mehr zum Verkehrsbericht 2009 auf El País

Verkehrsbericht Madrid 2009: http://www.fundacionmovilidad.es:8080/_archivos/_upload/_archivos/Segundo%20Informe%20Estado%20Movilidad%20Madrid%202009.pdf
Jonas W.
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