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22. August 2017
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  Region Madrid schränkt bilingualen Französischunterricht ein
 
 
 
Jonas W.
Ein reisender Politologe, den es für einige Monate nach Madrid verschlagen hat. 2009 mit Uni-Abschluss in Frankfurt/Main entschloss ich mich noch (...)


Die autonomen Gemeindschaft Madrid erweitert den bilingualen Unterricht - aber nur auf Englisch. Von 32 bilingualen Instituten bietet sogar eine weniger Französisch an und bricht damit eine Vereinbarung, die 244 SchülerInnen in Alcobendas die zweite Fremdsprache kostet. Die Französische Botschaft fordert Aufklärung. Der Elternverband und die oppositionelle PSOE sehen bereits die Interkulturelle Vielfalt und öffentliche Bildung in Gefahr. Die El Pais berichtete über den Fall am 1. März 2010

(www.apaseverochoa.com) -

Das IES Severo Ochoa in Alcobendas muss in Zukunft auf den Französischunterricht verzichten.

Streit zwischen der Französischen Botschaft und Madrid
Das bilinguale Progamm im Madrider Vorort Alcobendas, am instituto Severo Ochoa, wurde 2006 um Französisch erweitert. Dem war eine Vereinbarung zwischen der französischen Botschaft und der autonomen Gemeindschaft Madrid vorrausgegangen, wonach in 15 Instituten auch Französisch angeboten werden sollte. Diese Vereinbarung wurde nun gebrochen und der Französischunterricht, trotz reger Beteiligung, wieder eingestellt – auf kosten der SchülerInnen. Diese konnten bisher Sozial- und Naturwissenschaften, Musik und Kunst fünf Stunden die Woche auf Französisch besuchen. Trotz der Garantie des Bildungsrats der Gemeindschaft Madrid, dass die bereits eingeschrieben SchülerInnen auch die Sekundarstufe absolvieren können wird im kommenden Schuljahr kein Fach mehr auf Französisch angeboten. Der Bildungsrat verteidigt diese Maßnahme mit dem Hinweis darauf, dass bei drei Sprachen gleichzeitig ein ernsthaftes Risiko der Überforderung bestehen würde. Allerdings gibt es auch andere positive Beispiele: so bietet das instituto Ramiro de Maeztu in Madrid neben Englisch auch Unterricht auf Deutsch an – ohne ein Klagen der SchülerInnen. Die französische Botschaft fordert nun in einem Brief die Präsidentin der Gemeindschaft Madrid, Esperanza Aguirre, zu einer Erklärung auf.

Institutos Bilingües in Madrid
Neben den offiziellen Landessprachen (Baskisch, Galizisch, Kastilisch oder Katalanisch) gibt es in ganz Spanien bilinguale Projekte auf Englisch, Französisch und Deutsch. In Madrid bestreiten aktuell mehr als 4000 Madrilenen einen Teil ihrer Sekundarstufe auf Englisch und es nehmen bereits 260 Grundschulen an zweisprachigen Programmen teil. Zudem sollen die bilingualen Zentren bis zum Herbst 2010 auf 50 aufgestockt werden, jedoch nur in Verbindung mit Englischklassen. Seit der letzten Schulreform gibt es ab der Primarstufe Englisch als erste Fremdsprache. Ab der Sekundarstufe wird dann, aufgrund der historischen Verbindung, meist noch Französisch als Wahlpflichtfach angeboten. Seit 1996 gibt es es die ersten bilingualen Englisch-Spanisch Projekte und seit dem Jahr 2000 die ersten Schulstunden auch auf Deutsch. Ziel dieser Einrichtungen ist das Fremdsprachenlernen effektiv mit Inhalt zu verknüpfen.

Gefahr für die interkulturelle Vielfalt im spanischen Bildungswesen?
Die Bildungsbeauftrage der französischen Botschaft sieht durch diesen Bruch der Vereinbarung eine Gefahr für die verbliebenden 14 Institute, die bisher Französisch anbieten. Die Ortsgruppe der sozialistischen Partei PSOE sieht bereits den Erfolg und die Qualität des spanischen Bildungswesens in Gefahr. Die Initativen zur Förderung der Zweisprachigkeit in Spanien offenbaren möglicherweise ihre Schattenseiten mit der Vernachlässigung der drittsprachen wie Französisch oder Deutsch. Obwohl es einen breiten kulturellen und ökonomischen Austausch zwischen Frankreich bzw. Deutschland mit Spanien gibt, sind diese Fremdsprachen im Bildungswesen weitgehend unterrepräsentiert.

Eine einseitige Ausrichtung an der englischen Sprache könnte die Gefahr mit sich bringen, dass die gewonnenen Verflechtungen mit anderen Kulturäumen und damit auch das Zusammenwachsen Europas beschädigt werden.

El Pais

El Mundo

Jonas W.
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