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21. September 2017
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  Was tun gegen jugendliche Macho-Gewalt?
 
 
 
Johannes Richter
ERASMUS 08/09 an der Facultad de Ciencias Politicas y Sociología der UCM, jetzt erneut dem Bielefelder Herbst entflohen, um nochmal drei Monate (...)


Junge Frauen unter 30 Jahren sind in Spanien überdurchschnittlich von machistischer Gewalt betroffen. Die Ministerin für Gleichheit Bibiana Aído präsentierte am Mittwoch, dem 11.11.09, entsprechende Daten und forderte mehr Wachsamkeit und eine bessere Sexualaufklärung für Jugendliche.

(Macnolete / flickr.com) -

Es fängt nicht erst mit der Ohrfeige an. Agressiver Machismus äußert sich schon, bevor es zu körperlicher Gewalt kommt.

29,3 Prozent der Frauen, die die Notfallnummer 016 für misshandelte Frauen wählen, sind unter 30 Jahre alt. 40 Prozent der Frauen, für die richterlich Schutzmaßnahmen verfügt wurden, gehören ebenfalls dieser Altersgruppe an. Der Anteil junger Opfer und Täter nahm in den letzten Jahren gleichermaßen zu. 414 Frauen sind zwischen 2003 und 2008 von ihren (Ex-)Partnern getötet worden, davon 121 unter 30.

Forum gegen geschlechtsspezifische Gewalt

Diese und andere Zahlen stellte Bibiana Aído im Rahmen der Präsentation des Foro Internacional de Juventud y Violencia de Genero vor. In dem Forum setzen sich vom 23.-24.11.09 in Madrid 1000 junge Menschen aus aller Welt mit sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt unter Jugendlichen auseinander. Expertenvorträge wechseln sich dabei mit praktischen Workshops und Erfahrungsaustauschen ab.

Die Ministerin verwies bei der Gelegenheit auch auf eine Untersuchung vom Juni dieses Jahres, in der 17,7 Prozent der Männer (gegenüber 4,5% der Frauen) zwischen 18 und 30 meinten, ein agressiv auftretender Mann erscheine attraktiver. In der selben Altersgruppe stimmte zudem jede/r zehnte Befragte der Aussage zu, machistische Gewalt sei etwas Unausweichliches, das es immer gegeben habe.

Warnsignale erkennen

Auch Aído stellt fest, dass geschlechtsspezifische Gewalt weder Länder- noch Klassengrenzen kennt. Doch nicht zuletzt aus deren weiten Verbreitung leitet sie die Bedeutung ab, zu wissen, wie man sie erkennen und unterbinden kann. Vor allem dürfe man die ersten Äußerungen nicht unterschätzen: Ist die Beziehung zwischen einem Jungen und einem Mädchen unausgeglichen? Kontrolliert er sie, ihre Kontakte mit Freundinnen, ihre Kleidung, ihre SMS? Macho-Gewalt wolle Beherrschung und Unterwerfung. Den Blick für diese Tendenzen zu schärfen, ist eines der Ziele des Forums.

Erziehungssystem und Eltern sind gefordert

In einem Interview mit Antena 1 verlangte die Ministerin entsprechende Anstrengungen auch im Erziehungssystem. Die Jugendlichen seien zwar “in einer Demokratie und theoretisch in Gleichheit aufgewachsen, doch sie wiederholen weiterhin machistische Verhaltensweisen und Schemata.”

Miguel Lorente, Mitorganisator des Forums und Generaldirektor des Jugendinstituts (Instituto de la Juventud, Injuve), appellierte zudem an die Verantwortung der Eltern: “Sie sollten ihren Töchtern sagen, dass kein Mann für sie zu entscheiden hat, und den Söhnen, dass sie ihren Freundinnen keinerlei Verhalten aufzwingen dürfen.”

Ministerio de Igualidad

público.es

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