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23. August 2017
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  "Agora" ist teuerster spanischer Film aller Zeiten
 
 
 
Johannes Richter
ERASMUS 08/09 an der Facultad de Ciencias Politicas y Sociología der UCM, jetzt erneut dem Bielefelder Herbst entflohen, um nochmal drei Monate (...)


Seit dem 9. Oktober ist Agora in den spanischen Kinos zu sehen, ein Historiendrama über das Ende der antiken Welt, religiösen Fanatismus und (natürlich) Liebe.

(modmedia.es) -

Regisseur Alejandro Amenábar gibt seiner Hauptdarstellerin Rachel Weisz letzte Anweisungen.

Alejandro Amenábar hat mit Agora den teuersten spanischen Film aller Zeiten gedreht. Der bisherige Rekordhalter Alatriste kam noch mit 25 Millionen Euro aus. Die mit 50 Millionen Euro doppelt so hohen Produktionskosten von Agora könnten sich jedoch lohnen. Eine Million Zuschauer haben den Film in den ersten vier Tagen seit seiner Premiere gesehen, so dass er bereits knapp sieben Millionen Euro wieder eingespielt hat.

Agora ist ein opulenter Kostümfilm, der den Fall des römischen Imperiums und die wachsende Macht der Christen, das Ende der antiken Welt und das gewalttätige Vorgeplänkel eines kommenden christlichen Mittelalters beschreibt. Schauplatz ist das ägyptische Alexandrien im Jahre 391 nach Christus. Im vierten Jahrhundert ist die Stadt ein noch römisch verwalteter, antiker Melting-Pot. Hier tummeln sich altertümliche Polytheismen und klassische philosophische Schulen ebenso wie frühchristliche Sekten und Juden.

Antike Philosophie vs. frühchristlicher Fundamentalismus

Im Mittelpunkt steht die von Rachel Weisz gespielte Mathematikerin, Astronomin und Philosophin Hypatia. Ihr Vater Theon (Michael Lonsdale) verwaltet die Bibliothek von Alexandria, in der sich das damalige Wissen der Welt befindet. Hypatia ist ein brillanter Kopf, eine Atheistin, die einem Kreis von Schülern Philosophie und Naturwissenschaften lehrt. Sie hat beste Kontakte zum Präfekten Orestes (Oscar Isaac) und anderen Mächtigen der Stadt. So versucht sie, die antike Weisheit gegen den wachsenden Einfluss gewaltbereiter, frühchristlicher Fanatiker zu verteidigen. An ihrer Seite steht der Sklave Davus (Max Minghella), der hin- und hergerissen ist zwischen der heimlichen Liebe zu seiner Herrin und dem Versprechen der Freiheit, welches das Christentum ihm bietet.

Historisches Vorbild

Die Story von Agora basiert auf der historischen Figur der Hypatia von Alexandria. Zwar gibt es zu ihr wenige und wenig verlässliche Quellen. Diese betonen jedoch allesamt die herausragende Stellung im Geistesleben ihrer Zeit und ihren enormen Einfluss in der von religiösen und politischen Konflikten bedrohten Stadt. In Erinnerung geblieben ist sie weniger durch ihr Werk als durch die Umstände ihres Todes. Im Jahr 415 lauerten ihr fanatisierte Christen auf, die ihr die Kleider vom Leib rissen, sie erschlugen und verstümmelten.

Das Drehbuch hat Amenábar gemeinsam mit Mateo Gil geschrieben. Die beiden sind ein eingespieltes Team, ihrer Zusammenarbeit sind Erfolge entsprungen wie Abre los ojos (bekannter ist vielleicht das US-Remake Vanilla Sky) und Das Meer in mir, Amenábars letzter Kinofilm von 2004. Agora ist nach The Others der zweite englischsprachige Film des chilenisch-spanischen Regisseurs. Produziert wurde er in Spanien und den USA, für das mediterrane Flair allerdings auf Malta gedreht.

Ofizielle Webseite (spanisch): http://www.agoralapelicula.com/
Johannes Richter
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  1 Kommentar / 3 Nachrichten.
  "Agora" ist teuerster spanischer Film aller Zeiten
  11. März 2010 17:51, von Ramses
  -

Hypatia gilt als die erste Mathematikerin der Geschichte. Die Ägypterin wurde im Jahre 364 n. Chr. in Alexandria geboren. Ihr Vater war Theon, der berühmte Mathematiker und Astronom am Museion in Alexandria. Ihr Bruder war der Mathematiker Epiphanios. Hypatia lebte in einer Zeit, in der über 70% der Bevölkerung Ägyptens Christen (Kopten) waren, und die Christenverfolgung ein hohes Maß annahm. Die Kopten waren mit Leib und Seele echte Pazifisten. (Vergleiche die Biographie des Heiligen Mauritius bzw. der Thebäischen Legion, um 300 n. Chr.). Hypatia übernahm den Lehrstuhl Ihres Vaters an der Universität (Museion) von Alexandria und lehrte dort Mathematik, Geometrie, Astronomie, Astrologie, Philosophie und Rhetorik. Hypatia war keine Vertreterin des Pazifismus: Sie vertrat die Philosophie des s.g. „gerechten Krieges“. Hypatia wurde zur Gegnerin des absoluten Pazifismus und damit auch der damaligen Kirchenlehre . Hypatia sah es als selbstverständlich an, sich in einer nicht gewaltlosen Welt mit Gewalt verteidigen zu müssen. Hypatias Schüler und Verehrer Synesius war ein überzeugter Christ und Pazifist. Eines Tages begleitete Synesius seine Lehrerin Hypatia auf dem Heimweg in einer unruhigen Nacht durch die Straßen von Alexandria. Zwischen Hypatia und Synesius entfachte sich eine kräftige Diskussion über die Notwendigkeit der Selbstver-teidigung. Hypatia zog ihr Messer und griff Synesius an, um ihn zur Selbstverteidigung zu zwingen und ihn in Ihrer Theorie zu bestätigen. Synesius, wie erwartet, wehrte sich aus Furcht und tötete im Affekt seine Lehrerin Hypatia. Synesius verlor danach den Verstand und kehrte er in seine Heimat Cyrenaika im heutigen Lybien zurück. Dort verbrachte er bis zu seiner Heilung mehrere Jahre und wurde zum Botschafter der Pentapolis (griech. Fünf Städte) beim Kaiserhof berufen. Im Jahre 403 heiratete er in Alexandria. 410 wurde er durch Akklamation in Ptolemais zum Bischof berufen und musste von Amts wegen auf die Ehe verzichten. In seiner Funktion als Bischof geriet er in Konflikt mit dem Praeses Andronikus, den er schließlich bannte. Weiterhin musste er sich auch als Kriegsherr bewähren, da in seiner Amtszeit die Provinz von südlichen Stämmen angegriffen wurde und der Bischof Synesius sich mit dem Schwert verteidigen musste.. Der heilige Augustinus (354 – 430 n. Chr.) sprach in seinem Werk „De civitate“ diejenigen von der Verletzung des fünften Gebotes frei, die einen Gott geschuldeten Krieg (gerechten Krieg) führen und verbreitete damit die Philosophie Hypatias in der ganzen Welt. Leider gingen viele wertvolle Informationen über die hervorragende Hypatia verloren, als die Araber (642 n.Chr.) die Bibliothek von Alexandria mit mehr als 500.000 Schriftrollen nieder brannten.

Beantworten
  "Agora" ist teuerster spanischer Film aller Zeiten
29. März 2010 23:53, von Johannes Richter
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Ramses, diese Version von Hypatias Tod ist mir neu, woher hast du denn die Informationen?

Beantworten
  "Agora" ist teuerster spanischer Film aller Zeiten
10. August 2010 00:20, von Canis
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Wenn man Ramses´ Beitrag kopiert und in Google einsetzt, stellt sich hersaus, dass er diesen Beitrag bereits in unzähligen anderen Kommentaren zu dem Film "Agora" oder zur Person Hypatia spamartig gepostet hat. Als würde sich in dieser Spam-Wut der christliche Fanatismus widerspiegeln, der einst schon dazu führte Hypatias Ermordung durch Christen in das Matyrium der "heiligen" Katharina" umzudeuten. Ramses Version Angaben über Hypatia entbären jeder historischen Grundlage und sind offenbar seinem christlich-fanatischem Hirn entsprungen.

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