Werbung Madrid
18. November 2017
Ihre Zeitung Aktuelles aus Spanien Wissenswertes
  Stephan Büttner: Neuer Pfarrer der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde
 
 
 
Johannes Richter
ERASMUS 08/09 an der Facultad de Ciencias Politicas y Sociología der UCM, jetzt erneut dem Bielefelder Herbst entflohen, um nochmal drei Monate (...)


Am 18. Oktober 2009 wird Stephan Büttner in sein neues Amt als Pfarrer der Friedenskirche eingeführt. Die Madrider Zeitung sprach mit ihm über Erwartungen, Pläne – und die Sprachprobleme der Anfangszeit.

(privat) -

Stephan Büttner, Pfarrer der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde am Paseo de la Castellana.

Was treibt eine evangelischen Pfarrer nach neun Jahren Gemeindearbeit im beschaulichen Bremerhaven in die protestantische Diaspora im katholischen Madrid? Für Stephan Büttner, den neuen Pfarrer der deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde, ist es der Reiz des ganz Anderen: „Die Bereitschaft, sich auf etwas völlig Neues einzulassen, auch sprachlich ohne große Vorkenntnisse, dann in so einer Metropole zu leben – wir kommen sonst aus dem kleinstädtischen Bereich – das hat uns sehr gereizt.“

Familie mit dabei

Das "uns" bezieht sich auf seine Familie, die diesen mutigen Schritt Mitte August mitvollzogen hat. Seine Frau Gudrun ist Theologin, bereits in die Frauenarbeit in der Gemeinde eingestiegen und wird sich außerdem beim ökonomische Kulturforum und in anderen Feldern engagieren. Die drei Kinder der Büttners werden die deutschsprachige Schule in Madrid besuchen. Mit ihren 11, 13 und 15 Jahren seien sie als Jugendliche jetzt in einem Alter, in dem sie so einen Lebensraum schon ganz anders entdecken könnten, so ihr vertrauensvoller Vater.

Etwas Auslandserfahrung bringt das Ehepaar bereits mit. Gudrun Büttner hat als Kind mit ihren Eltern zwei Jahre in Korea verbracht, Stephan Büttner hat im Ausland studiert. „Das hört sich jetzt groß an – es war die Schweiz“, doch auch dort mache man vergleichbare Erfahrungen, die Suche nach Anschluss an seine Landsleute beispielsweise. Auch sonst wird er viele verschiedene Erfahrungen einbringen können, da er vor seiner Tätigkeit als Pastor in Bremerhaven „einige andere Schleifen gedreht“ hat: Projektarbeit im Bereich Kindergarten, religionssoziologische Betreuung von Erzieherinnen, eine Zusatzausbildung in der Polizei- und Zollseelsorge u.a.

Seinen Dienst in der Friedenskirche hat Pfarrer Büttner bereits am 1. September 2009 begonnen, er wird jedoch erst am 18. Oktober offiziell in sein neues Amt eingeführt. Der vorherige Pfarrer Hannes Bauer hat sich nach neun Jahren in diesem Sommer von der madrider Gemeinde verabschiedet. Dazu erklärt sein Nachfolger: „Man hat erstmal ein Zeitfenster von sechs Jahren, über die Entsendung durch die evangelische Kirche in Deutschland ist das ein gesetzter Rahmen. Man kann dann nochmal im beiderseitigen Einvernehmen um drei Jahre maximal verlängern.“

Blühendes Gemeindeleben, Gottesdienste für Verliebte und Musik

Stephan Büttner will dafür sorgen, dass das blühende Gemeindeleben, dass er bei seiner Ankunft angetroffen hat, so weitergeführt und mit anderen Akzenten auch neu ausprobiert wird, damit die Gemeinde ihren Charakter als Begegnungsort behält. Eine besondere Herausforderung sieht er in dem Balanceakt, auf der einen Seite ein Anlaufpunkt für deutschsprachige, evangelische Christen zu sein, „auf der anderen Seite aber auch nicht zu sehr unter so einer Käseglocke zu verschwinden, also gerade auch den Kontakt zu den spanischen Kirchen und Glaubensgemeinschaften zu haben.“ In Bremerhaven war der Protestant daran gewöhnt, die katholische Kirche in der Diaspora zu sehen. Nun freut er sich auf die Herausforderung, sechs Jahre lang selbst eine Diaspora-Gemeinde zu leiten.

Einige seiner bisherigen Projekte möchte Büttner auch in Madrid ausprobieren, so beispielsweise einen Segnungsgottesdienst für Verliebte am Valentinstag. Ob auch einer der in Deutschland sehr beliebten Motorrad-Gottesdienste möglich wäre, hängt von der Frage ab, „ob unser Patio da nicht zusammenbricht, wenn man jetzt tatsächlich Motorradfahrer einlädt.“ Ein besonderes Interesse hat er außerdem daran, „dass Musik in der Gemeinde, in den Gottesdiensten, möglichst lebendig ist, vielseitig, auch so Kirchentagsmusik stattfindet“. Ideal wäre, wenn sich mit der Zeit dauerhaft eine Gemeinde-Band etabliert. Anfangs könnte der Pfarrer notfalls auch selber mit Gitarre oder Keyboard dazu beitragen.

Derzeit geht Stephan Büttner noch die Sprachkursangebote durch und versucht, zusätzliche Spanisch-Stunden in seinem Terminkalender unterzubringen. Zwar hatte er im Vorfeld einen vierwöchigen Intensivkurs, doch gesteht er lachend ein: „Ich schwitz immer noch Rotz und Wasser, wenn ich irgendwo bin und was erledigen muss.“ Nun ja, jeder Erasmus-Student und Neuzugezogene wird ihm bestätigen können, dass so ein Sprung ins Kalte Wasser zwar hart, aber immer noch die schnellste Methode des Spanisch-Lernens ist.

Internetseite der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde Madrid: http://www.kirchemadrid.com/
Johannes Richter
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
In der gleichen Rubrik
Stephan Büttner: Neuer Pfarrer der Deutschsprachigen Evangelischen Gemeinde (14.10.2009)
Daniela: Berufsausbildung in Madrid (8.07.2009)
Hannes Stöhr, Filmregisseur: Techno rockt! (9.06.2009)
Stefan Schmitz: Deutsches Kino in Madrid (4.06.2009)
Wilde Hilde - Interview mit Kai Wessel (3.06.2009)
[Portraits]
Neueste Artikel
"Lebendiger Treffpunkt im Zentrum Madrids" (21.12.2010)
Wenn spanische Funken sprühen...! (21.12.2010)
La Oreja de van Gogh (21.12.2010)
Héroes del Silencio (1984 – 1996) (14.10.2010)
Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 80 bis 100 Minuten - Basketball in Spanien (27.09.2010)
[Startseite]
Sección en español
[Sección en español]

Impressum
Redakteur werden
Editorial
Kommentare
Fotos
Tirso de Molina Plaza 2 de Mayo
Terrasse an der Calle Huertas Erholung im Retiro
Videos
Die Straßen von Madrid
Tarife Werbung
Werbung




Startseite | Kleinanzeigen | Kontakt | Teilnahme an der Zeitung | Werbung

Copyright 2007-2017 MadriderZeitung.