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18. August 2017
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  Spanien ist Rekordhalter in puncto Arbeitslosigkeit
 
 
 
Johannes Richter
ERASMUS 08/09 an der Facultad de Ciencias Politicas y Sociología der UCM, jetzt erneut dem Bielefelder Herbst entflohen, um nochmal drei Monate (...)


Die weltweite Wirtschaftskrise trifft den spanischen Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen reichen Ländern besonders hart – mit insgesamt 4,47 Millionen Arbeitslosen im Sommer 2009.

Wie der am 16.09.09 erschienene Beschäftigungsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) feststellt, ist die spanische Arbeitslosenrate seit Beginn der Krise im Dezember 2007 um 9,7 Prozentpunkte auf nunmehr 18,5% im August 2009 gestiegen. Unter den OECD-Ländern, deren Schnitt bei 8,5 % liegt, verzeichnet Spanien damit die höchste Arbeitslosenrate, gefolgt von Irland mit 12,5%.

Bereits benachteiligte Gruppen besonders betroffen

Von der Krise sind in Spanien insbesondere Geringqualifizierte, kurzfristig Beschäftigte, Migranten und Jugendliche betroffen. 90% der zwischen Juni 2008 und Juni 2009 Entlassenen standen in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Die schon vorher hohe Arbeitslosenquote unter Migranten stieg durch die Krise noch einmal um die Hälfte auf 28%. Unter Spaniens Jugend ist inzwischen jeder Dritte auf Arbeitssuche. Auch die Zahl der Lagzeitarbeitslosen nimmt zu, sie liegt derzeit bei ca. 1 Millionen. Bedroht sind hiervon vor allem die über 45jährigen und andere relativ benachteiligte Erwerbsgruppen. Zu den Hiobsbotschaften des OECD-Reports gehört auch der Hinweis, dass Arbeitslosigkeit einer der Hauptgründe für Armut in Spanien ist, schon vor der Krise galt hier die Hälfte aller Arbeitslosenhaushalte als relativ arm.

OECD-Generalsekretär Angel Gurría merkt zwar an, dass die Entwicklung ohne staatliche Konjunkturprogramme und andere Gegenmaßnahmen noch schlimmer wäre. Diese hätten bislang aber nicht die Schaffung neuer, sondern nur die Erhaltung alter Arbeitsplätze gesichert. Aufgrund des großen Anteils befrissteter Arbeitsverhältnisse und der Abhängigkeit von den Sektoren Bau und Tourismus müsse Spanien sein Produktionsmodell insgesamt modifizieren, um eine dauerhafte Arbeitslosigkeitskrise zu verhindern.

Anderen Ländern steht das Schlimmmste noch bevor

Während allerdings in Spanien die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten im Vergleich zu den letzten zwei Jahren nur noch leicht steigen werde, stehe Ländern wie Deutschland und Frankreich das Schlimmste noch bevor. Der Bericht rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 10% für den gesamten OECD-Raum, zu dem auch Länder wie die USA und Japan gehöre. Das wären 57 Millionen Arbeitslose, eine Rekordzahl seit dem zweiten Weltkrieg.

OECD Employment Outlook : http://www.oecd.org/document/46/0,3343,en_2649_34747_40401454_1_1 _1_37457,00.html#country_notes
Johannes Richter
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