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23. Juli 2017
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  Eine Nacht in Lavapies
 
 
 
Corinna W.
Studium der Politikwissenschaft und Philosophie abgeschlossen. Glücklich in Madrid gelandet.


Zwischen Sol und Embajadores liegt eines der multikulturellsten und vielfältigsten Viertel Madrids: Lavapiés. Ausgehmässig bietet Lavapies eine Reihe von gemütlichen, unkonventionellen Bars, die zum Teil wie verlängerte Wohnzimmer wirken. Wer angesagte Clubs und Discos sucht, wird in Lavapies wohl nicht fündig werden. Getanzt werden, kann jedoch trotzdem in einer der zahlreichen Bars.

(Corinna W.) -

Die U-Bahnstation Lavapiés liegt direkt am Plaza.

Ich treffe mich mit einer Freundin in einer der gemütlicheren Adressen Lavapiés: Der Bar Chilostra (Calle de Jesús y María). Vermouth um 1,40, leckere Tapas, günstige Raciones und Tostas sowie ein eher ruhigeres, “rustikaleres” Ambiente mit Sitzmöglichkeiten machen das Chilostra zum idealen Ort, um gemütlich zu Plaudern und sich für die Nacht zu wappnen.
Nach diesem ersten Stopp ziehen wir weiter, vorbei an den unzähligen indischen Restaurants in der Calle Lavapiés zu der Mini-Bar La Aguja in der Calle Ave Maria 25, wo wir uns in gemütlich-schummrigen Ambiente von Rockmusik und vino berauschen lassen.
Unsere nächste Station war die Überraschung des Abends und ist mehr als bezeichnend für die Bar- und Ausgeh-Kultur Lavapiés. Abgeholt von einer Freundin am Plaza Lavapiés wurde ich zu einer jener Bars geführt, die ich allein wohl nie gefunden hätte und wenn überhaupt nur zufällig entdeckt hätte.Gelegen in der Calle Esperanza ist sie von Außen nicht als Bar erkennbar. Das ändert sich auch nicht sobald man einmal die Bar betreten hat. Auf zwei Stöcken sitzen und tummeln sich verschiedene Menschen. Wer Durst hat, holt sich an der Trese ein Bier oder einen Mojito zu mehr als moderaten Preisen. Musik wird keine gespielt bzw. so leise, dass sie kaum wahrgenommen wird. Das macht aber nichts, sondern passt perfekt zum übrigen Ambiente, das an ein gemütliches Zusammensein unter Freunden denken lässt. Corinna W. Langweilig wird es jedoch auf keinen Fall, spontan ergeben sich hier Trommel- oder Bauchtanz-Einlagen, auch mitgebrachte Gedichte werden –zum Teil unangekündigt- vorgetragen. Das Publikum ist äußerst offen und nach kurzer Zeit sitzen wir mit Andrés, einem Trommler aus Portugal an einem Tisch, mit dem wir dann zu unserem nächsten Ziel aufbrechen: La Maloka (Salitre 36), eine Bar, wo brasilianische Rythmen gespielt werden und Minis von Mojitos und anderen Cocktails zu angemessenen Preisen ausgeschenkt werden.
Klein, aber fein, ist das Maloka eine Bar, die vor allem zu späterer Stunde interessant wird. Menschen unterschiedlicher Herkunft finden sich hier ein, neue Bekanntschaften sind schnell geschlossen und auch das Tanzbein wird gern geschwungen. Nachdem das Maloka um 3:30 seine Pforten schliesst, sind die weiteren Fortgehmöglichkeiten leider relativ begrenzt. Eine Ausnahme bildet das fast schon legendäre Candela (Calle de Olmo 8), das bis in die frühen Morgenstunden geöffnet hat. Der Eintritt beträgt an Wochenenden 6 Euro, Frauen dürfen jedoch gratis hinein. Gespielt wird ausschliesslich Flamenco-Musik, zu der mitgesungen, geklatscht und getanzt wird. Anzutreffen sind hier Nachtschwärmer auf ihrer letzten Station, Vertreter des Flamenco, pijos aus Huertas, genauso wie in Lavapies heimische Künstler. Lärm-Alkohol-Rauch-und Anmachpegel steigen minütlich, aber die Leute wissen sich unter Gleichgesinnten und auch die eigenen Toleranzgrenzen steigen mit jeder weiteren caña.Dass ich auch zu Flamenco tanzen kann, war eine der überraschenden Erkenntnisse dieses Abends.
Nach anregenden Gesprächen über Flamenco, spanischen Film, peruanisches Theater und Drogen erkenne ich das Ende meiner Aufnahmefähigkeiten an diesem Abend an und beschließe den Heimweg anzutreten.

Corinna W.
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