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26. Mai 2017
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  Eine Nacht in Chueca
 
 
 
Corinna W.
Studium der Politikwissenschaft und Philosophie abgeschlossen. Glücklich in Madrid gelandet.


Bekannt als Schwulen- und Lesbenviertel der Stadt zählt es zu den aufregendsten Nachtadressen Madrids. Bemerkenswert ist nicht nur die Vielfalt an Menschen, sondern auch die Vielfalt an Bars, Tabernas und Restaurants, mit denen die Nacht begonnen werden kann.

(Corinna W.) -

Das El Tigre in Chueca

Leicht hungrig in Chueca ankommend, folgte ich meinem Magen zunächst ins El Tigre (Calle de las Infantas 30), eine der bekanntesten Tapas-Bars der Stadt, wo zu asturischem Sidra und Cañas großzügig Tapas ausgeteilt werden. Die Bar ist klein, der Lärmpegel hoch, und das Publikum gemischt, wobei in den letzten Jahren die Anzahl an Touristen und (Erasmus-) StudentInnen im Steigen begriffen sein dürfte. Gleich geblieben sind allerdings die Kellner, wie meine Freundin, die mich das letzte Mal vor 2 Jahren besuchte, erfreut feststellte.

Mit Croquetas, Lacón, Tortilla und Jamón Serrano vollgestopft, kämpfen wir uns durch die Menschenmassen zum Ausgang und steuern auf unserem Weg RIchtung Plaza de Chueca dennächsten Stopp an: die Bar Das Meigas (Calle de Barbieri 6). Hier werden Minis de Cerveza und Sangria um 5 Euro ausgeschenkt, bei zwei gibts einen gratis. Dass wir nur zu zweit unterwegs sind, macht das Angebot zu einer echten Herausforderung.

Die angetrunkenen und angegessenen Energien wollen jedoch vorerst einmal verbraucht werden. Aus der Bar stolpernd fällt mein Auge auf eine Bar, auf die ich vor kurzem zufällig gestossen bin: Liquid (Calle Barquillo 8). Der Name ist nicht umsonst gewählt, so ist die benannte Bar mit einer schicken, postmodern anmutenden Wasser-Deko ausgestattet zu derer genaueren Beschreibung mir die Worte fehlen. Das Liquid ist eine hippe Schwulen-Bar, das heißt, das Publikum ist zu 90% schwul, der Rest sind gute FreundInnen und auch manche Lesbe mag sich hierher verirren. Zur besonderen Ausstattung zählen die Musikvideos, die auf Flachbildschirmen im ganzen Lokal gezeigt werden. Die Musik ist englischer Pop, zum Teil elektronisch, zu späterer Stunde werden dann auch die Gay-Hits von Madonna und Gloria Gaynor zum besten gegeben. Angetan von der guten Stimmung und der Tatsache noch nie an einem Ort zusammengepfercht mit Männern gewesen zu sein, wo keinerlei Schweißgerüche zu vernehmen sind, verlassen wir das Liquid am Weg zu grösseren Abenteuern.

Corinna W. Vorbei an Bier und Bocadillos verkaufenden “chinos”, steuern wir das Herz Chuecas, den Plaza an, wo wir uns es mit Bier am Boden gemütlich machen und die neuesten Queer-Moden begutachten.
Unser nächster Stopp führt uns ins Fulanita de Tal (Conde de Xiquena 2), eine Lesben-Bar, die, so erklärt uns eine Freundin, momentan der letzte Schrei in Chueca ist und auch gern von Serien-SchauspielerInnen, Hetero-Pärchen und anderen hippen Femme-Frauen frequentiert wird. Die acht Euro Eintritt beinhalten einen Copa, den wir uns sofort an der Bar abholen.

Verglichen mit anderen Bars in der Gegend zählt das Fulanita eindeutig zu den stylischeren, das äßsert sich nicht nur am besonders hübschen Publikum, sondern auch an der Musik, die nicht ganz so kommerziell und geläufig sein will, wie in den anderen Bars der Gegend.

Erschöpft vom Tanzen treten wir gegen 3:30, als die Bar schliesst, unseren Heimweg an. Der Versuchung, es den männlichen Madrilenen gleich zu tun und auf die Strasse zu pinkeln, wird nicht nachgegeben. Stattdessen wird ein trockenes Bocadillo mit Jamon Serrano bei einem der “Chinos”, die unseren Weg von Chueca bis nach Sol begleiten, erstanden. Chueca, wir kommen wieder!

Corinna W.
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