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Linda Fischer
Während meines Studiums "Medien und Kommunikation" zog es mich 2007 nach Spanien. Nach dem Bachelor war es dann abermals Zeit meine Koffer zu (...)


Zeig mir deinen Klingelton und ich errate deinen Schulabschluss...

(flickr/Daniel Burgui Iguzkiza) -

Beliebter Schauplatz für Möchtegern-DJ’s ist die Metro.

Wie schön war die Zeit, in der Kinder mit Walkman durch die Gegend rannten, immer den angesagtesten Song auf den Ohren, voll aufgedreht und dank Kopfhörer für Umstehende fast unhörbar. Vorbei ist sie. Dank modernster Technik kann man schließlich auch mit Handys Musik hören. Waren es vor wenigen Jahren diese schrecklichen Klingeltöne, die einen den letzten Nerv geraubt haben, so sind es heute die neusten Hits aus den Charts. Das ist auch hier in Madrid nicht anders.

Morgens ist die Metro bekanntlich immer voll, unzählige Menschen quetschen sich in die Wägen und jeder scheint in Gedanken noch im Bett zu liegen. Das letzte, was man jetzt gebrauchen kann, ist Lärm. Lärm, der Kopfschmerzen erzeugt und einem schlicht und einfach auf die Nerven geht. Das scheint die Madrider Jugend zu wissen und wie aus Bosheit kommt genau in solchen Momenten ein 15-Jähriger mit dem neusten Reguetón-Song in voller Lautstärke in die Bahn. Das ganze verhält sich übrigens ähnlich, wenn die Leute abends nach Feierabend auf dem Weg nach Hause sind, erschöpft und müde von der Arbeit.

Die Möchtegern-DJ’s hier in Madrid sind vornehmlich Latinos und meistens durch kleine äußere Details wie Goldkettchen, Cap und Hose in den Socken auszumachen. Schließlich will man ja auffallen. Nicht, dass es schon schlimm genug ist, wenn einem die Musik so gar nicht zusagt. Nein, die Tonqualität lässt in fast allen Fällen zu wünschen übrig. Blechernd und leiernd schallen die Lieder aus den kleinen Lautsprecherboxen der Handys, die mit der monströsen Lautstärke einfach überfordert sind. Das stört die Jugendlichen aber nicht weiter, denn sie wollen niemanden ihre neueste Errungenschaft vorenthalten. Ich glaube, selbst meine 70-jährige Nachbarin weiß mittlerweile, wie es um die aktuellen Trends aus der Musikszene steht.

Wo sind sie nur, die kleinen Schildchen, auf denen man darauf hingewiesen wird, dass man Musik nur so laut hören sollte, dass der Nachbar nicht belästigt wird? Ein bisschen mehr Rücksicht bitte, denn wo kämen wir denn hin, wenn das jeder machen würde?

Linda Fischer
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  1 Kommentar / 2 Nachrichten.
  Musikalische Personenbeförderung
  27. Mai 2009 16:28
  -

Ein sehr "deutscher" Kommentar und voll von Klischees. Auch ich bin kein Fan von Handybeschallung, aber deshalb muss ich mich nicht gleich über die Latino-Möchtegern-DJs lustig machen, wie die Autorin dies macht.
Anstelle von Verbotsschildchen kann man ja auch nett darauf hinweisen, dass die Musik ein bisschen laut ist, es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die Reguetón-Freunde ein Herz für empfindliche Ohren haben.

Beantworten
  Musikalische Personenbeförderung
27. Mai 2009 17:15, von Linda Fischer
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Ist es nicht gerade das Klischeehafte, das dafür sorgt, dass Leser die Situation bildlich vor Augen haben? Und was ist nun wieder ein "sehr ’deutscher’ Kommentar"? Begründet in Eigenschaften wie kleinlich, pingelig und ordnungsfanatisch, die ganz und gar nicht auf alle Deutschen zutreffen, aber oft mit ihnen in Verbindung gebracht werden?

Darüber hinaus ist es nun einmal Eigenschaft einer Glosse, auf satirische Art und Weise die Meinung des Autors wiederzugeben und Übertreibung und Ironie gehören ebenfalls dazu. Das heißt noch lange nicht, dass ich mich über bestimmte Gruppen lustig mache bzw. sie nicht ernst nehme.

Ich selbst habe bereits einmal nett und freundlich gefragt, ob man die Musik nicht leiser machen könne und dafür nur einen belustigten Kommentar kassiert. Außerdem traue ich jedem Menschen so viel Einfühlungsvermögen zu, dass er sich vorstellen kann wie es ist, wenn in einem engen, heißen und muffigen Raum den Menschen schlecht klingende Musik (bezogen auf die Qualität des Klanges) aufgezwungen wird.

Beantworten
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