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24. Juni 2017
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  P2P-Kredite nun auch in Spanien angekommen
 
 
 
Linda Fischer
Während meines Studiums "Medien und Kommunikation" zog es mich 2007 nach Spanien. Nach dem Bachelor war es dann abermals Zeit meine Koffer zu (...)


Die neue Form der Vergabe von Krediten zwischen Privatpersonen ohne Abwicklung über die Bank, hat nun auch in Spanien angefangen, Fuß zu fassen – zwar noch zögerlich, aber man ist sich sicher, auf dem besten Weg zu sein. Unternehmen wie "Partizipia" und "Comunitae" stellen hierbei Plattformen dar, auf denen sich Gläubiger und Schuldner finden können.

(flickr.com/Gustavo Pimenta) -

Der Pionier der Konzerne, die P2P-Kredite anbieten, war Zopa in Großbritannien

Darlehen können ab sofort auch in Spanien wie eine Internetauktion bei Ebay mit ein paar Klicks abgewickelt werden. In einer Welt, in der Geschäfte über das Internet immer beliebter werden und Communities wie "Facebook" die ganze Welt in sich zu vereinen scheinen, war es doch eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann sich mal jemand die Wirtschaftskrisen in den westlichen Ländern zu Nutzen macht. Seit vier Jahren existieren nun schon die internetbasierten P2P-Kredite (person-to-person-lending oder peer-to-peer). Im Jahr 2005 machte die Firma "Zopa" in Großbritannien den Anfang, ein Jahr später folgten die USA mit "Lending Club" und 2007 kam die Welle auch in Deutschland an. Mit "Smava" wurde das Modell der anderen Länder kopiert. Das spanische Pendant hierzu heißt "Comunitae" und kommt auf der iberischen Halbinsel gerade erst ins Rollen.

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Die Idee, die dahintersteckt, ist eigentlich relativ einfach. Privatpersonen, die an einer Kreditnahme bzw. -vergabe interessiert sind, melden sich auf der besagten Plattform an und wählen nun das beste Angebot heraus bzw. welches am besten ihren Bedürfnissen entspricht. Die User können dabei nach demographischen Gesichtspunkten gesucht werden. Auch eine sogenannte Risiko-Einstufung erleichtert die Auswahl. Comunitae ermöglicht auf diese Weise jedem Interessenten sein Privatvermögen zur Darlehensvergabe anzubieten – mit Hilfe eines Systems im Auktionsstil und unter der vollständigen Ausschaltung der Bank als Mittelsmann. Den Gewinn macht das Unternehmen dabei über die Gebühr, die es anteilig an Kreditnehmer und -geber erhebt.

"Wir sind keine Bank"

Der Konzern selbst sieht seinen Service als eine Art Alternative zum traditionellen Weg über die Bank. Gerade in Zeiten der Krise, hätten kleine und mittelständische Firmen Probleme, einen Kredit bewilligt zu bekommen. Die Banken fordern heute einen immer differenzierteren Nachweis der Bonität der Antragssteller und auch die Konditionen werden immer schlechter. Die Plattform hilft denjenigen, die versuchen, auf andere Weise zu ihrem Darlehen zu kommen und entsprechende Angebote suchen. Das Portal sei allerdings keine Bank, stellt die Sprecherin von Comunitae, Millán I. Berzosa, in der spanischen Zeitung "El Mundo" klar. Man selbst gäbe keine Kredite und man sei es auch nicht, der das Geld verleiht. Comunitae fungiert demnachzufolge als Vermittler von finanziellen Angelegenheiten.

Ob diese moderne Form der Kreditvergabe in Spanien Anhänger findet, wird sich wahrscheinlich erst in ein paar Jahren zeigen. Momentan liegt der Anteil der Kredite, die in Spanien zwischen Januar und Oktober 2008 über eine Internetplattform abgewickelt wurden, unter 1 %. Aber schließlich muss man sich erst einmal an die Innovation gewöhnen und wer vertraut schon ohne weiteres einer fremden Person, die er nur über eine Internetseite kennt, sein Vermögen an?

El Mundo

Homepage von Comunitae

Linda Fischer
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