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13. Dezember 2017
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  Flamenco - Das stolze Erbe der Zigeuner
 
 
 
Linda Fischer
Während meines Studiums "Medien und Kommunikation" zog es mich 2007 nach Spanien. Nach dem Bachelor war es dann abermals Zeit meine Koffer zu (...)


Flamenco gehört neben Rioja und Paella zu den Sachen, die einem als erstes einfallen, wenn man an Spanien denkt. Und jeder, der in Spanien Urlaub macht, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, eine Vorführung zu erleben. Mit etwas Glück kann man auch eine spontane Tanzeinlage auf den Straßen in Spaniens Städten beobachten.

(Linda Fischer) -

Nichts für Mauerblümchen: Wer Flamenco beherrschen will, braucht Selbstbewusstsein und Stolz!

Was ist Flamenco eigentlich genau? Viele denken bei dem Wort zuerst einmal an den Tanz, der zu Spanien gehören scheint, wie der Prado nach Madrid. Dabei ist dies nur ein Teil davon. Insgesamt besteht Flamenco aus "el cante" (dem Gesang), "el baile" (dem Tanz) und "el toque" (dem Gitarrenspiel).

¡Báilale al flamenco!

Eine Hypothese über die Herkunft der Bezeichnung "flamenco", liegt in den Tänzen, die zu Zeiten des spanischen Königs Karl I zu Krönungsfeierlichkeiten aufgeführt wurden. Dieser kam aus Flamen und die Menschen begleiteten die Feierlichkeiten mit "¡Báilale al flamenco!", was übersetzt in etwa "Tanzt zu Ehren des Flamen!" heißt.

Eine andere Überlieferung legt den Ursprung auf die Flamen, die in Spanien "flamencos" genannt wurden, wie auch die ersten Zigeuner und die Musik, die mit ihnen auftauchte.

So viele verschiedene Arten des Flamencos es gibt, so verschieden sind auch die Theorien über die Entwicklung und die genaue Herkunft. Fest steht jedoch: Flamenco ist unweigerlich mit Andalusien verbunden und hat im Süden Spaniens seinen Ursprung. Neben arabischen, jüdischen und spanischen Einflüssen, gelten oftmals die Zigeuner als die Hauptvertreter des Flamencos.

Vom Gitano zum Flamenco

Viele der "gitanos", wie die Zigeuner hießen, bevor man sie flamencos nannte, widmeten sich dem andalusischen Gesang, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern, denn ihren ursprünglichen Berufen konnten sie aufgrund jahrelanger Unterdrückung und Vertreibung nicht nachgehen. Selbst das Musizieren auf öffentlichen Plätzen war ihnen lange Zeit untersagt. Erst 1783 verabschiedete Karl III ein Gesetz, das den Gitanos mehr Rechte zugestand, jedoch waren sie immer noch nicht gleichberechtigt mit den restlichen Bürgern. Einige der Vorfahren der Gitano-Familien haben in der flandrischen Armee gedient, was ihnen schließlich den Namen Flamencos einbrachte.

Auf diese Weise verschmolz die südspanische Volksmusik mit der Musik der Zigeuner und wurde so mehr und mehr verbreitet. Ihre Lieder handelten oft von Leid und Trauer und hatten meistens einen bedrückenden Unterton. In ihnen verarbeiteten sie ihre Verzweiflung und Wut, die sie aufgrund ihrer jahrelangen Vertreibung und Unterdrückung empfanden. Erst später kamen Tanz und Gitarrenspiel hinzu.

Flamenco ist eine Lebenseinstellung

Heute bezeichnet das Wort Flamenco nicht nur die Musik und den Tanz, sondern es steht auch für den Stolz und die Anmut, mit der manch einer durch’s Leben geht. Wörtlich übersetzt heißt es soviel wie "stolz", "zigeunerisch" oder auch "angeberisch".

Der Enstehung entsprechend war auch die Flamenco-Musik vorerst nur den Gitanos selbst zugänglich. Erst ab ca. Mitte des 19 Jhd. begannen auch die "payos" (Nicht-Zigeuner) von ihnen zu lernen. Ende des 19. Jhd. kam der Flamenco auf die Bühnen der Theater und wurde immer populärer. In sogenannten "cafés cantantes" wurde er salonfähig gemacht und dank der zunehmenden Popularisierung ist er bis in die heutige Zeit eines der bekanntesten Musikgenres und Tänze der Welt.

Heutzutage gibt es so viele verschiedene Definitionen und Abwandlungen, dass nicht mehr eindeutig auszumachen ist, wie sich diese Art der Musik entwickelt hat.

Flamenco-Bars in Madrid

Linda Fischer
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