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19. September 2017
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  Frühlingsfest "Las Fallas"
 
 
 
Esther Spari
Von Berlin mit ERASMUS in den Süden Spaniens. Land und Leute ins Herz geschlossen, also noch ein Weilchen länger geblieben. Auf ging´s nach Madrid, (...)


Festtagsstimmung, Wettbewerb, Menschenandrang und eine feierliche Prozession: das valenzianische Frühlingsfest "Las Fallas" findet vom 15. - 19. März statt und zieht mittlerweile jährlich hundertausende von Besuchern an.

(viajar24h/flickr) -

Welche Falla gewinnt dieses Jahr den Hauptpreis? In Valencia eine Frage, die jeden Bürger beschäftigt.

Ursprünglich verbrannten die Zimmermänner der Stadt nach dem Winter ihre Holzgestelle für Lampen und Kerzen, weil diese keinen Nutzen mehr hatten: im Frühjahr blieb ihnen das Tageslicht wieder bis in den Abend hinein erhalten. Nicht lange Zeit später beschloss man, aus der Gewohnheit einen Brauch zu machen. Also wählte man den 19. März, Tag des Heiligen San José, Ziehvater von Jesus und Schutzpatron der Zimmerleute, als Datum des neuen Festes.

Die Geburt der Fallas

Das Wort "Falla" geht auf das lateinische Wort "Facula" zurück und bedeutet "Fackel". Der Brauch aus dem 18. Jahrhundert fand schnell gefallen bei den Bürgern Valencias, und auch über die Grenzen der Stadt hinaus. Um die feierliche Verbrennungsprozedur interessanter zu gestalten, fing man an, verkleidete Strohpuppen zu bauen, die ebenso in Flammen aufgehen würden. Man fand so viel Gefallen daran, dass sich diese einfachen Strohpuppen bald in richtige, aus mehreren Figuren bestehende, Kunstwerke entwickelten. Die "Fallas" waren geboren.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts verwendete man hauptsächlich Wachs für die Gestaltung der Figuren, dann entdeckte man das Pappmaché als geeigneteres Material. Auch der Festakt selbst ging Veränderungen durch und die Kreation der Fallas entwickelte sich zu einem jährlichen Wettbewerb um die schönste ninot ("Puppe" auf Valenzianisch). Heute sind die beeindruckendsten Figuren oft meterhoch, tonnenschwer und manchmal tausende von Euro wert. Wer den Wettbewerb gewinnt, rettet gleichzeitig seine Puppe vor den Flammen: die ninot indultat ("gerette Puppe") kommt dann ins Museo Fallero, das Falla-Museum, wo sie das ganze Jahr über betrachtet werden kann. Oft finden sich unter den Puppen närrische Karikaturen von prominenten Gesichtern Spaniens, die bei den Betrachtern für Amüsement sorgen.

Volksfest mit Wettkampf-Charakter

Das von der Stadtverwaltung geförderte Fest ist für die Bürger Valencias von ganz spezieller Bedeutung und gilt sowohl als gemeinschaftliches Volksfest, als auch als Wettkampf zwischen den einzelnen Stadtvierteln. Jedes Stadtviertel kreiert seine eigene Vereinsfigur, die den Bezirk während des Festes repräsentieren soll. Mittlerweile haben die Vereine zusammen an die 150.000 Mitglieder, die sich das ganze Jahr über an den Vorbereitungen für das Fest beteiligen. Während der Woche der Fallas werden dann nicht nur für die beste Falla Preise vergeben, sondern auch für die besten Feuerwerke, die ebenso eine besondere Bedeutung tragen. Täglich um ca. 14 Uhr werden am Rathaus die Mascletàs gezündet und es entfacht sich ein ohrenbetäubendes Donnerkonzert mit Knallern im Sekundentakt. Abends finden Popkonzerte mit bekannten nationalen Künstlern statt, die im Fernsehen übertragen werden.

Der Wettkampf-Charakter des Festes entfesselt jede Menge Ehrgeiz in den Bürgern, die sich bereitwillig um die Organisation des Trachtenumzugs, der Musikkappelle und der Figurenausstellung in den Vereinshallen kümmern. Auch stellt sich aus jedem Viertel eine Valenzianerin als Fallera zur Wahl auf, die sich in traditioneller Tracht präsentiert. Die Gewinnerin ist offizielle Repräsentantin des Bürgerfestes und wird zur "Fallera Mayor" erklärt.

Offizielles Programm für Touristen

Wer als Tourist in die Stadt kommt und vom eifrigen Wetteifern der Valenzianer nicht ergriffen wird, kann am offiziellen Programm teilnehmen und zum Beispiel der Ofrena de Flors zusehen, bei der bis zu 100.000 Teilnehmer in traditionellen Kostümen durch die Strassen ziehen um der Heiligen Jungfrau der Schutzlosen (Verge dels Desamparats) auf dem Plaza de la Virgen Blumen zu überbringen.

In der Nit de Foc, der Nacht der Feuer am 19. März, trifft sich die Stadt am Ufer des Turia Flusses, um dem feierlichen Verbrennungsschauspiel der Fallas beizuwohnen. Die Crèma, die Verbrennung der Figuren, beginnt um Mitternacht und endet mit der Verbrennung der grössten Figur vor dem Rathaus, auf dem Plaza del Ayuntamiento.

Wikipedia

Esther Spari
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