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18. August 2017
Ihre Zeitung Aktuelles aus Spanien Wissenswertes
  Ein bisschen mehr Geduld bitte!
 
 
 
Linda Fischer
Während meines Studiums "Medien und Kommunikation" zog es mich 2007 nach Spanien. Nach dem Bachelor war es dann abermals Zeit meine Koffer zu (...)


Um in Spanien ein Unternehmen zu gründen, braucht man Geld, Zeit und vor allem Geduld.

Wie die Studie "Doing Business 2009" der Weltbank ergab, ist ein Unternehmer in Spanien derjenige, der die größte Anstrengungen auf sich nehmen muss, im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten der Organisation for Economic Co-operation und Development (OECD). Mit Platz 49 liegt der Südstaat sogar hinter Ländern wie Puerto Rico (Platz 35) und Botswana (Platz 38). Auch Deutschland liegt mit Rang 25 deutlich vor Spanien. Am besten haben Singapur, Neuseeland, und die USA abgeschnitten.

Mit der Studie "Doing Business" der Weltbank wird die staatliche Bürokratie und Regulierung von rund 180 Ländern analysiert. Laut dieser ist der Papierkrieg, den ein Unternehmer in Spanien führen muss, um eine Firma zu gründen, enorm. Im Schnitt dauert hier die Anmeldung 47 Tage und erstreckt sich über 10 Prozeduren.

Der erste Gang führt zum Handelsregister, wo man den Namen beantragen muss. Danach ist ein Stammkapital von mindesten 3.000 € zu errichten. Als nächstes geht es zum Notar, wo man u.a. die Rechtsnorm erhält. Im Anschluss muss der Betroffene Steuern zahlen, welche 1 % seines Stammkapitals betragen. Wenn man mit diesen Schritten abgeschlossen hat, kann man theoretisch anfangen zu arbeiten. Allerdings existiert das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Was nun folgt, ist ein langwieriger Prozess. Das Handelsregister muss die eingereichten Unterlagen durchsehen und das kann schon mal zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen.

Aus diesem Grund gibt es das "Nueva Empresa" (dt.: neue Unternehmen), welches den bürokratischen Aufwand erleichtern und das Prozedere dementsprechend verkürzen soll. Ein elektronisches Dokument ersetzt hierbei die üblichen 15 Formulare. Tatsächlich benötigt man durchschnittlich nur 4,14 Tage, um auf diese Weise eine Firma anzumelden, jedoch wird diese Form eher selten genutzt. Dem Arbeitgeberverband zufolge gäbe es zu viele Schritte zwischen zu vielen Organismen und alles wirke dadruch unübersichtlich. Auch der Anteil an Bürokratie vermindere sich nicht wirklich.

Die Weltbank hat zu diesem Zweck einige Studien durchgeführt, die zum Ergebnis kommen, dass die Wettbewerbsfähigkeit um 22 % steigen und das wirtschaftliche Wachstum gefördert werden würde, wenn die Kosten für eine Unternehmensgründung um 80 % reduziert werden. Ratschläge, die gut daran täten, verwirklicht zu werden, denn gerade in Zeiten des Konjunkturrückganges ist es wichtig, die Realisierung von Unternehmensgründungen zu begünstigen. Schließlich hat der Unternehmer mit weniger Papierkram mehr Zeit, sich den wirklich wichtigen Dingen seiner Arbeit zu widmen.

Rangliste "Doing Business 2009"

El País

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