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24. Juni 2017
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Katja Ehrentreich
Sprachen und Kommunikation sind sowohl Studium als auch Hobby. Nach Semestern in Frankreich und Portugal soll nun Spanien erobert werden. Wenn (...)


Das spanische Militär ist ein Staat im Staat, der einer eigenen Strukur unterliegt: mit seinen Schulen, Gerichten, seinen Krankenhäusern, seinen Gefängnissen bis hin zu seinen eigenen Pfarrern. Herrscherin über all das ist Carme Chacón – eine Frau.

Carme Chacón, 37 Jahre, links, promovierte Juristin, ist seit Mitte des Jahres Spaniens erster weiblicher Verteidigungsminister. Sie hat das Kommando über 125.500 Soldaten und 32.000 Zivilisten.

Dass das Amt des Verteidigunsministers von einer Frau bekleidet wird, ist beispielthaft für die Politik des spanischen Ministerpräsidenten Zapatero, der in seinem Kabinett acht Minister und neun Ministerinnen zählen kann.

Beispielhaft vor allem deshalb, weil es sich um eine konservativ-katholisch geprägte Nation handelt, in der die Frauen unter der Franco-Diktatur praktisch entmündigt waren.

Gleiche Chancen

Vor 20 Jahren, im September 1988, begann der Eintritt von Frauen in die spanische Armee. Die höchsten Positionen wie etwa die des Generals blieben spanischen Soldatinnen bisher verwehrt. Das könnte sich aber zukünftig ändern, da Chacón bereits ankündigte, Frauen und Männern in der Armee die gleichen Chancen zu geben.

Unterstützung vom gleichen Geschlecht

An ihrer Seite eine weitere Frau. Die Hauptmännin Elena Carrión, 42 Jahre, Hochschulabsolventin in Jura, seit zehn Jahren beim Militär, Aufseherin der Cuerpos Comunes der Fuerzas Armadas, ist der Schatten Chacóns. Ihre Aufgabe ist es der Ministerin bei öffentlichen Festakten zur Seite zu stehen. Auf die Frage, ob es in der Armee Sexismus gebe, antwortete sie: „Ich habe mehr Sexismus außerhalb gespürt. Die Soldaten sind ausgezeichnet. In den Fuerzas Armadas ist die Rangfolge klar geregelt. Ein Kamerad von niedrigstehenderem Rang (…)sagt ’A sus órdenes, mi capitán’. Das wirkt sehr strikt, ist aber sehr angenehm zum Arbeiten.“ (elpais.com)

Geschlechterrelevanz

Rechtskonservative Kritiker innerhalb der Armee haben die Berufung Chacón als Provokation bezeichnet, doch die Meinung wird nicht von allen Kameraden geteilt:"Dass sie eine Frau ist, spielt keine Rolle", äußert sich ein Veteran,"von einem Minister erwartet man nicht, dass er ein großer Techniker ist, sondern dass er durchdachte Entscheidungen trifft und eine klare strategische Linie aufzeigt.(…) Es gibt eine weltweite Debatte über die Funktion (…) von Streitkräften. Die Armee von Chacón wird die Zukunft für die Fuerzas Armadas der nächsten 20 Jahre einläuten."(elpais.com)

http://www.elpais.com/articulo/port...

Katja Ehrentreich
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