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13. Dezember 2017
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  AVE auf weiter Flur
 
 
 
Erik N.
Nach dem Abitur und dem obligatorischen Zivildienst wurde überstürzt ein Jurastudium begonnen. Die Einsicht: Juristerei wird nicht zur (...)


Spanien auf dem Weg zum weltgrößten Schnellzugnetz

(Stewart Hughes ) -

AVE Züge im Bahnhof von Sevilla Santa Justa

Glaubt man den Ankündigungen des derzeitigen Ministerpräsidenten Zapatero vom 14.02.2007, werden die spanischen Hochgeschwindigkeitszüge AVE (Alta Velocidad Española) bald über das längste Schnellzug-Streckennetz der Welt rollen können. Es soll das Hochgeschwindigkeitsnetz der japanischen Schnellzüge um 200 Kilometer und das des französischen TGV um 400 Kilometer übertreffen.

Die erste Strecke des AVE zwischen Sevilla und Madrid entstand mit der Weltausstellung 1992, die in Sevilla stattfand. Galt sie anfangs den Kritikern als ein größenwahnsinniges Projekt, gehört die Verbindung derzeit zu den rentabelsten Strecken der RENFE, so José Salgueiro, Präsident von RENFE. Doch räumt er ein, dass ohne die Unterstützung aus Brüssel und von privaten Investoren der gigantische Ausbau nicht zu finanzieren gewesen wäre. Die EU zahlt rund 10% der Gesamtkosten.

Politische und technische Hürden

Beim Bau der Strecken innerhalb der vergangenen 15 Jahre waren, so scheint es, nicht nur unternehmerische, sondern auch politische Motive ausschlaggebend für die Verlegung neuer Strecken. In der Regierungszeit des ehemaligen Regierungspräsidenten Felipe González (1982 - 1996) wurden die hochgeschwindigkeitstauglichen Trassen mit Verbindung zu den sozialistischen Hochburgen realisiert. Unter der Regierung des konservativen José María Aznar, wurden die katalanischen Nationalisten mit dem Anschluss an das AVE-Netz zufrieden gestellt.

Neben den politischen Hindernissen kamen planerische Fehler hinzu. Beispielsweise trifft der Zug nach Tarragona bei starkem Unwetter oft verspätet ein. Der Zug nach Zaragoza verursachte nach nur 600 Kilometern 15 Meter tiefe Schlaglöcher. Dies ist wahrscheinlich auf eine schlechte Kalkulation des Entwicklungs-Ministeriums während der Regierungszeit der konservativen PP (Partido Popular) zurückzuführen. Kaum einer der Züge erreicht mehr als 300 km/h, vielmehr verkehren die von Siemens entworfenen und gebauten Bahnen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 210 km/h.

Bedenkt man, dass der französische TGV mit einer Geschwindigkeit von über 500km/h über die Gleise fliegen kann, wirkt das Tempo des AVE langsam. Im Regelbetrieb ist der TGV mit 320km/h immernoch deutlich schneller als sein spanisches Pendant. Frankreich kann zudem auf ein konventionelles Schienennetz zurückgreifen, auf dem die Züge mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 200 km/h unterwegs sind. Aus technischer Sicht scheint der AVE daher noch verbesserungsfähig.

Nächster Halt: Zukunft

Die Investitionen sind trotz allem zukunftsweisend. Die Spurbreite der spanischen Eisenbahn unterscheidet sich von den Standardmaßen der Nachbarstaaten. In der Vergangenheit sollten dadurch militärische Übergriffe auf dem Schienenwege verhindert werden. Da das neue Schienennetz dem europäischen Standard entspricht und bereits bis an die französische Grenze ausgebaut wurde, brauchen Güterzüge nun nicht mehr die Spurbreite zu wechseln. Die Frequenz des Gütertransportes zwischen den beiden Ländern stieg nach dem Anschluss von 4,8 auf 30 %. Der Bau soll 2009 abgeschlossen sein. Auch mit Portugal sind vier gemeinsame Hochgeschwindigkeitsstrecken geplant, die mit einem Bauvolumen von 650 Millionen Euro jährlich umgesetzt werden sollen. Doch der RENFE-Präsident José Salgueiro will mehr. Er träumt von einem europaweiten Hochgeschwindigkeitsnetz, das eine alternative zu Kurzstreckenflügen bieten soll.

Mehr zum Thema - El Pais (am 07.05.07)
Mehr zum Thema - El Pais (am 09.06.07)

Quelle: Cafe Babel: http://cafebabel.com/de/
Erik N.
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