Werbung Madrid
25. Juni 2017
Ihre Zeitung Aktuelles aus Spanien Wissenswertes
  Neue Flughafengebühr
 
 
 
Dominique Krämer
Bauingenieur-Studium in Hannover. Abgeschlossen 1999 mit Diplom. Seit 2003 in Madrid.


Suplemento Aeropuerto soll entstandene Kosten decken

(Madrider Zeitung / Esther Villalobos) -

Flughafen Barajas. Wer mit der Metro kommt bezahlt.

Die Metrolinie 8 ermöglicht es den Reisenden seit dem 3. Mai 2007 den entfernten Terminal 4 des Flughafens Madrid-Barajas bequem mit der Metro zu erreichen. Überhaupt ist der Ausbau der Metrolinien zu begrüssen, bringt er doch nicht nur für die Besuchern der Stadt, sondern ebenfalls für deren Bewohner viele Vorteile. Die nahegelegenden Ortschaften der Hauptstadt sind leichter zu erreichen und dem stetigen Wachstum der Metropole wird Rechnung getragen. Auch in Zukunft bleibt das madrider Metronetz Träger der urbanen Mobilität.

Die Bauarbeiten an der Untergrundbahn wurden öffentlichkeitswirksam zwischen April und Mai - vor der anstehenden Kommunalwahl am 27. Mai 2007 - fertiggestellt. Bei der Bewerbung des verstärkten Metronetzes fiel die neue Flughafengebühr jedoch fast vollends unter den Tisch. Reisende müssen seit dem 3. Mai 2007 ein "Suplemento Aeropuerto" beim Betreten und Verlassen des Flughafens durch die Metrostationen lösen. Ausgenommen sind hiervon lediglich die Besitzer eines Jahres- oder Monatsabos. Mit einem Preis von 1 Euro für ein "Suplemento" ist die Fahrt zum Flughafen somit doppelt so teuer, wie die normale Benutzung des Streckennetzes. Ärgerlich ist dies besonders für Personen ohne Abo, die lediglich jemanden abholen möchten und somit gleich zwei Suplementos - zum Betreten und zum Verlassen - lösen müssen.

Begründet wird die erhobene Gebühr mit dem Ausbau der Strecke, welcher teilweise von privaten Unternehmen finanziert wurde. Die Mehreinnahmen sollen den Investoren zugutekommen und deren Ausgaben decken. Grundsätzlich ist gegen die Beteilung privater Unternehmer an öffentlichen Projekten nichts einzuwenden. Glaubt man jedoch den Vorraussagen werden die Unternehmer sogar einen satten Gewinn im Laufe der Jahre einfahren. Es wird nicht berücksichtigt, dass der frühere Ausbau der Linie 8 bis zu den Terminals 1/2/3 durch den EU-Kohäsions-Fond finanziert wurde. Dennoch muss die neue Gebühr auch an dem Metro Terminalübergang (T1, T2, T3) gezahlt werden. Ein fahler Beigeschmack entsteht bei der Überlegung, dass die Bürger der EU durch ihre umverteilten Steuergelder selber für den Bau bis zur ersten Station des Aeropuertos aufgekommen sind. Die Finanziers der neugebauten Röhre lachen sich ins Fäustchen. Schließlich werden alle Benutzer des Flughafens zur Kasse gebeten, selbst wenn sie die neue Untergrundtrasse nicht benutzen.

EL Pais am 03.05.2007
El Mundo am 08.05.2007
EU Kommission zum Ausbau des Flughafens Barajas (S.142, pdf)

Quelle: El Pais: http://www.elpais.com/articulo/madrid/Nuevos/Ministerios/T-4/minutos/elpepuespmad/20070504elpmad_4/Tes
Dominique Krämer
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
In der gleichen Rubrik
Finanzierungsreform an spanischen Universitäten: Höhere Immatrikulationsgebühren für Reiche (24.07.2010)
Spanien rettet Sparkasse Cajasur (26.05.2010)
Copyright in Spanien - Ein Paradies für Piraterie (13.05.2010)
Marsans darf keine Flugtickets mehr vertreiben (22.04.2010)
Arbeitslosigkeit steigt langsamer (8.04.2010)
[Wirtschaft - Unternehmen]
Neueste Artikel
"Lebendiger Treffpunkt im Zentrum Madrids" (21.12.2010)
Wenn spanische Funken sprühen...! (21.12.2010)
La Oreja de van Gogh (21.12.2010)
Héroes del Silencio (1984 – 1996) (14.10.2010)
Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 80 bis 100 Minuten - Basketball in Spanien (27.09.2010)
[Startseite]
Sección en español
[Sección en español]

Impressum
Redakteur werden
Editorial
Kommentare
Fotos
Trommler am Monument des Parque del Retiro Musik mit Gläsern in der Calle Arenal
Akkordeonmusik vor einer Bar in der Calle Carmen Ein Akkordeonspieler auf dem Plaza Oriente
Videos
Die Straßen von Madrid
Tarife Werbung
Werbung




Startseite | Kleinanzeigen | Kontakt | Teilnahme an der Zeitung | Werbung

Copyright 2007-2017 MadriderZeitung.