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19. September 2017
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  Madrider Geschichte
 
 
 
Erik N.
Nach dem Abitur und dem obligatorischen Zivildienst wurde überstürzt ein Jurastudium begonnen. Die Einsicht: Juristerei wird nicht zur (...)


Die Entstehung einer Weltstadt

(Madrider Zeitung / Esther Villalobos) -

In Madrid findet sich Altes neben Neuem und Antikes neben Modernem.

Die frühsten Zeugnisse des Ortes, der heute Madrid ist, stammen aus der Zeit der arabischen Herrschaft. Muhammad I. (852-886), Emir des Kalifats von Cordoba, ließ an der Stelle des heutigen Königspalastes (Palacio Real) eine Burg (Alcázar) errichten. Einerseits diente sie wohl zum Schutze des ca. 50km entfernten Toledos, andererseits als Ausgangspunkt für Attacken gegen die christlichen Königreiche im Norden, wie sie beispielsweise unter Almansor stattfanden. Der Name "Madrid" leitet sich von der umgebenden Enklave der Festung ab, die "Mayrit", "Magerit" oder "Madschrit" genannt wurde und "Gesunde Hügel" bedeutet. Ein Indiz für den ehemaligen Wald- und Wasserreichtum der Gegend. Während der Reconquista war die Festung häufiges Ziel von Angriffen und mit der Kapitulation Toledos vor Alfons VI. von Kastilien wurde auch Madrid 1085 kastilisch. In jener Zeit entstanden und festigten sich ebenfalls die Kulte um die Heiligen der Stadt: die Jungfrau von Almudena und der Heilige San Isidro Labrador. Im 12.Jhd. wurden Madrid durch Alfons VIII. städtische Sonderrechte verliehen, wodurch Handel und Handwerk aufblühten. Die Bevölkerung wuchs stetig.

siglo de oro - goldenes Zeitalter

Die Entdeckung Amerikas 1492 durch Kolumbus führte zu einem politischen und wirtschaftlichen Aufschwung des ganzen Reiches. Mit dem Sieg der "katholischen Könige", Isabella I. und Ferdinand II., über die letzte islamische Bastion Granada im selben Jahre, vereinigten sie den größten Teil der iberischen Halbinsel unter einem Herrscherstuhl. Durch die Hochzeit ihrer Tochter mit Phillip I. wechselte das Herrschergeschlecht in die Hände der österreichischen Habsburger. 1561 verlegte dessen Enkel Philipp II. das Verwaltungszentrum und die Residenz in den zwar unbedeutenden, aber aufstrebenden Ort und machte ihn damit zur Hauptstadt des spanischen Königreiches. Der Alcázar wurde ausgebaut und damals weit außerhalb der Stadt ein königlicher Wohnbezirk (Buen Retiro) eingerichtet. Die städtebaulichen Hinterlassenschaften des österreichischen Königsgeschlechtes prägen das alte Zentrum von Madrid, welches daher den Namen "El Madrid de los Austrias" trägt. Die rote Fassade mit weißlich-umrahmten Fenstern ist ein Merkmal der habsburgischen Architektur. So ist auch das Zentrum des Bezirkes, der Plaza Mayor, fertiggestellt im Jahre 1619, in diesem Stile erbaut.

neuzeitliche Zerwürfnisse

Seit dem spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713), in denen Madrid eine englische und portugisische Besetzung dulden musste, durchlebte die Stadt eine unruhige Zeit. Nachdem der Alcázar 1734 abbrannte, konnte 1764 die heutige Schlossanlage bezogen werden. Während der französischen Besetzung (1808-1813) unter Napoleons Bruder Josef Bonaparte wurden Klöster und ganze Stadtviertel niedergerissen, um Platz für die neuen Herrscher zu schaffen. Am 2.Mai 1808 erhoben sich die Madrilenen gegen die französischen Besatzer und stießen dadurch Aufstände im ganzen Land an, denen sich die Besatzungsmacht letztendlich geschlagen geben musste. Noch heute ist dieses Datum arbeitsfreier Feiertag in der Stadt und Kommune. Mitte des 19. Jhd. wüteten in Madrid die Cholera und die Auswirkungen Carlistenkriege. Die spanische Septemberrevolution 1868 mündete in der Errichtung der Ersten Republik (1873-1874). Auf sie folgte eine Phase der Restauration (1874-1931). Die Gesellschaft in dieser Zeit spaltete sich in stark verfeindete Lager. Eine sechsjährige Militärdiktatur ab 1923 fand ihr Ende in der Zweiten Republik, die ihrerseits in einem weiteren Militärputsch und dem spanischen Bürgerkrieg 1936 mündete. Die Zerwürfnisse des 19. und frühen 20.Jhd gipfelten in der Diktatur unter General Franco (1939-1975), in der Madrid immerwieder Schauplatz von Studentendemonstrationen wurde. Spanien isolierte sich in dieser Zeit stark vom europäischen Ausland. Nach dem Tode Francos wurde unter König Juan Carlos I. die Demokratisierung (Transición) eingeleitet. 1978 wurde die demokratische Verfassung verabschiedet und der Anschluss an Europa vorangetrieben. 1983 werden Madrid und seine Provinz durch einen Volksentscheid zur Autonomen Region. Die "Kulturhauptstadt Europas 1992" musste 2004 die Terroranschlägen auf vier voll besetzte Nahverkehrszüge, bei denen 191 Menschen getötet wurden, miterleben.

Mehr zur Geschichte Madrids: http://es.wikipedia.org/wiki/Madrid
Erik N.
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